von
Andreas Jansen, Arzt für Homöopathie und Naturheilverfahren
Körper-Akupunktur
Dies ist eine der ältesten Therapieformen der Menschheit.
Schon Ötzi wurde vor 5200 Jahren an noch heute üblichen
Akupunkturpunkten tätowiert.
Akupunktur ist die in Europa bekannteste Therapieform der
traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Die traditionelle
chinesische Medizin hat sich aus Erfahrungen und Beobachtungen
chinesischer Ärzte seit beinahe 3000 Jahren entwickelt.
Sie war von Anfang an in ein philosophisches System
eingebunden, in welchem Begriffe wie
Yin und Yang, das
“Qi“ und die fünf Elemente
geprägt wurden, die auch heute für den ganzheitlichen Ansatz bei
Diagnostik und Therapie die Grundlage bilden.
Yin und
Yang sind polare Kräfte, die
jedem Menschen innewohnen. Im gesunden Körper sind diese Kräfte
im Gleichgewicht und wirken nicht gegeneinander sondern bilden,
wie das Symbol verdeutlicht, eine Einheit. Ein Ungleichgewicht
kann durch äußere Einflüsse wie Krankheit, Kälte, Hitze, Nässe,
Schlafmangel, Kummer und sogar Freude, aber natürlich auch durch
Missbrauch von z. B. Alkohol oder Nikotin entstehen.
Die Akupunktur kann hier das Gleichgewicht wiederherstellen,
sofern noch kein bleibender Schaden eingetreten ist. Ein solches
Ungleichgewicht drückt sich bei jedem Menschen anders aus: viele
bekommen eine Erkältung, andere Rückenschmerzen oder
Schlafstörungen, manche beginnen mehr zu trinken oder zu
rauchen.
Die fünf Elemente Lehre
bildet in der traditionellen chinesischen Medizin einen Zugang
zum menschlichen Organsystem. Die fünf Elemente Holz, Feuer,
Erde; Metall und Wasser stehen in enger Beziehung zu einander
(Holz erzeugt Feuer, Feuer erzeugt Erde, aus Erde wird Metall,
an Metall kondensiert Wasser, Wasser nährt Holz...).
Wie kann man sich die Wirkung der Akupunktur vorstellen?
Durch Einstechen von dünnen Nadeln an sorgfältig ausgewählten
Akupunkturpunkten können blockierte Energien im Körper wieder
frei fließen. Entspannung, Schmerzfreiheit und
Verbesserung behinderter Stoffwechselfunktionen sind möglich.
Die Akupunktur ist eine Regulationstherapie, mit der sich
alle funktionellen, vegetativen, nervösen und schmerzhaften
Relationsstörungen behandeln lassen.
Dazu möchte ich ein paar Beispiele geben, die in der Praxis
häufig vorkommen:
-
Kopfschmerzen und Migräne:
Akute und chronische Kopfschmerzen (auch die Migräne!) lassen
sich mit Akupunktur behandeln. Die Therapie erfolgt über lokale
Punkte am Kopf sowie über sogenannte Fernpunkte, z.B. an den
Füßen und an den Händen. Außerdem werden noch vegetativ
regulierende Punkte gestochen, sowie Punkte bei eventuell
vorhandenen begleitenden Beschwerden.
In der Akupunktur werden die Kopfschmerzen nach der
Lokalisation eingeteilt: man behandelte den Meridian (nach der
Vorstellung der chinesischen Medizin ein Energieleitungssystem),
der über den Schmerzort hinweg zieht.
Auch Kopfschmerzen bei Verspannungen in der Halswirbelsäule,
nach Gehirnerschütterungen, bei zyklusabhängigen Kopfschmerzen
und dergleichen lassen sich gut in der allgemeinenmedizinischen
Praxis behandeln.
Hinweis von Biomedicus: eine meiner Spezialitäten ist die
Schmerzbehandlung bei Verspannungen und Wirbelsäulenschmerzen.
Informieren Sie sich über die
Wirbelsäulenkur!
Die Akupunkturbehandlung lindert schon sehr bald und merklich
die Häufigkeit und die Intensität der Schmerzen. Nach 10 bis 15
Akupunktursitzungen erzielt man meist eine Besserung von 70
Prozent und mehr. Nach einer Pause von 6 bis 8 Wochen sollte
dann eine Wiederholung der Behandlung erfolgen.
Tipp von Biomedicus: Sie können während Ihres Urlaubs am
Bodensee problemlos eine
Migränekur machen.
-
Kreuzschmerzen und Nackenverspannungen:
Fast schon eine Domäne der Akupunktur sind chronischen
Kreuzschmerzen und chronischen Schmerzsyndromen in der
Halswirbelsäule.
Aus der Erfahrung heraus liegt bei vielen Kreuzschmerzen und
bei vielen Hexenschüssen / Ischiasbeschwerden meist eine
Blockierung des Kreuzbein-Darmbein-Gelenkes vor. Die Schmerzen
fühlen sich an, als ob sie von einem Bandscheibenvorfall kommen
- aber der Röntgenarzt kann nichts feststellen. Hier sollte vor
der Akupunktur eine Lösung der Blockierung versucht werden.
Bei Verspannungen im Halswirbelsäulenbereich empfiehlt sich
ebenfalls vorher eine manuelle Therapie, um eventuell
vorliegende Gelenkblockaden zu lösen. Eine Massagebehandlung (Tuina-Therapie)
fördert den Heilungsverlauf sehr.
Hinweis von Biomedicus: eine meiner Spezialitäten ist die
Schmerzbehandlung bei Verspannungen und Wirbelsäulenschmerzen.
Informieren Sie sich über die
Wirbelsäulenkur!
Auch der Tennisellenbogen oder das Gegenstück dazu, der
sogenannte Golferellenbogen, können gebessert oder sogar geheilt
werden. Besonders bewährt hat sich die Kombination mit Reizstrom
an den Akupunkturnadeln. Hartnäckige Fälle sollten begleitend
eine Infiltrationsbehandlung mit Lokalanästhetika und
homöopathischen Mitteln erhalten.
-
Neuralgien und Phantomschmerzen:
Auch bei der Trigeminus-Neuralgie oder bei Phantomschmerzen
ist die Akupunktur hilfreich. Ein Behandlungsversuch lohnt in
jedem Fall. Insbesondere noch "jüngere" Beschwerden, die
möglichst wenig schulmedizinisch vorbehandelt wurden haben die
besten Erfolgsaussichten.
Und wer an pelzigen Fingern in der Nacht leidet, dem kann
auch geholfen werden. Hier liegt die Ursache nach meinen
Erfahrungen nicht wie meistens behauptet im Handgelenk ("Carpaltunnel
- Syndrom") sondern in der starken Verspannung der
Halswirbelsäule. Die Kombination von Akupunktur und milder
Chirotherapie wirkt zum Teil fast wie ein Wunder.
Beim Abnehmen / Gewichtsreduktion im Rahmen eines
ganzheitlichen Konzeptes kann die Akupunktur wertvolle Hilfe
leisten. Sie lindert die Hungerbeschwerden und kann den
Stoffwechsel ankurbeln.
Am schnellsten nehmen Sie während einer Biomedicus- Abnehmkur
ab.
Häufige gestellte Fragen der Patienten:
Die klassische Akupunktur wird mit Nadeln ausgeführt. In der
Regel wird der Akupunkteur mit maximal 15 Nadeln pro Sitzung
arbeiten. In bestimmten Fällen wird die Nadel mit einer
Räucherzigarre ("Moxa") erwärmt. Manchmal muss auch die Nadel
gedreht und bewegt werden. Bei bestimmten Krankheiten hat sich
auch der Reizstrom an der Akupunkturnadel für sinnvoll erwiesen.
Bei einer sicheren Stichtechnik und speziellen, sehr dünnen
und scharf geschliffenen Nadeln wird der Patient den Einstich
der Nadel kaum spüren.
Unmittelbar nach dem Einstich bereitet sich meist ein
angenehmes Gefühl von Wärme und Entspannung aus. Ein gutes
Zeichen!
-
Geht es auch ohne Nadeln?
Seit einigen Jahren ist bekannt, dass das Licht eines LASER
einen Nadelstich in bestimmten Fällen ersetzen kann.
Insbesondere bei Kindern, die vor der Nadel Angst haben, aber
auch bei empfindlichen Erwachsenen hat sich die LASER -
Akupunktur gut bewährt.
Bei sachgemäßer Anwendung gibt es praktisch keine
Nebenwirkungen.
In seltenen Fällen kann es an der Einstichstelle zu einem
kleinen Bluterguss kommen. Vielleicht ist diese Stelle dann für
zwei bis drei Tage empfindlicher. Entzündungen an der
Einstichstelle sind Raritäten.
-
Gegenanzeigen für die Akupunktur:
Behandlung mit durchblutungsfördernden Mitteln, wenn der
"Quick-Wert" sehr niedrig ist.
Neurotische oder manische Erkrankungen. Einige Punkte sollten
in der Schwangerschaft nicht genadelt werden.
-
Weiterentwicklungen in der Akupunktur:
Die Akupunktur entwickelt sich ständig weiter. Zu den
klassischen Punkten sind sogenannte "Neupunkte" oder "Punkte
außerhalb der Meridiane" hinzugekommen. Außerdem haben sich in
den letzten Jahren sogenannte "Mikrosystemakupunkturen"
durchsetzten können.
Die Ohrakupunktur fördert und
unterstützt sehr gut die klassische Körperakupunktur -
insbesondere in akuten Fällen. Weiter zu nennen ist die
Handakupunktur, die
Fußakupunktur, die
neue Schädelakupunktur nach Yamamoto, die
neue punktuelle Schmerztherapie nach Siener
usw.
Es ist zum Teil faszinierend zu sehen, wie das Stechen von
einzelnen Punkte selbst langjährige Beschwerden - die allen
anderen Heilversuchen erfolgreich getrotzt haben - beheben kann.
Durch die Kenntnis von Reflexarealen am Ohr können ganze
Körperbereiche über die Nadelung von Ohrakupunkturpunkten
beeinflusst werden. Besonders geeignet ist die
Ohrakupunktur zur Beeinflussung
von "versteckten" Strukturen. Denken Sie an die Prostata, die
Gebärmutter oder die Eingeweide. Wo der direkte Zugang zu einer
Störung nicht möglich ist, kann die Ohrakupunktur zur Therapie
erfolgreich eingesetzt werden. Außerdem wird sie besonders
erfolgreich zur Herddiagnostik eingesetzt.
Bei Kindern, empfindlichen Patienten oder wenn der Patient
Blutgerinnungsstörungen hat, oder zur Verstärkung der
Akupunktur-Nadelwirkung ist es meist sinnvoll, den
Laser mit bestimmten
Frequenzen sowohl am Ohr als auch am Körper einzusetzen. Der
Laserstrahl schafft wieder "Ordnung" am gestörten Punkt, führt
aber nicht zur Hautreizung.
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