Aromatherapie
Wer kennt das nicht? Ein bestimmter Geruch steigt Ihnen in
die Nase und schon tauchen Bilder aus der Vergangenheit
(Kindheitserinnerungen oder ein tolles Urlaubserlebnis) auf.
Kaum zu glauben, aber schon wenige Duftmoleküle reichen aus,
um selbst uralte Erinnerungen wieder lebendig werden zu lassen.
Seit wann gibt es Aromatherapie?
Um die Bedeutung von Düften und Gerüchen wissen die Menschen
schon lange. Denken Sie z.B. auch an die Redewendung: "Ich kann
jemanden nicht riechen!""
Wie wirken die Aromen?
Duftmoleküle gelangen mit der Atemluft in die Nase. Die
Nervenzellen der Nase nehmen die Geruchsinformationen auf und
leiten sie in das Limbische System des Gehirns. Dort werden
unter anderem Sinnesreize wahrgenommen und mit Gefühlen
"gekoppelt", so dass Gerüche mitten ins Gefühlszentrum treffen.
Gerüche wirken direkt auf unsere Gefühle, sie können unser
Wohlbehagen steigern oder für schlechte Stimmung sorgen und
somit sich positiv auf das körperliche und seelische
Wohlbefinden auswirken.
Diese Erkenntnis nutzten schon die Menschen in der Antike,
sie verwendeten beispielsweise Öle und Duftlampen. Doch die
Düfte wirken nicht nur auf die Gefühlswelt, sie beeinflussen
auch das vegetative Nervensystem, welches unter anderem
Anspannung und Entspannung steuert, aber auch die Atmung
beeinflusst und weitere wichtige Körperfunktionen: Herzschlag,
Kreislauf, Hormonproduktion, Muskelspannung und die Produktion
von Magensäften. Wer bekommt beispielsweise nicht Appetit beim
Geruch von frisch gebackenem Brot?
Ziel der Aromatherapie
Die sanfte und gezielte Beeinflussung körperlicher Funktionen
und des Wohlbefindens ist das Ziel der Aromatherapie. Durch den
Einsatz ätherischer Öle können Menschen beispielsweise beruhigt
oder besänftigt werden, andere Öle dagegen wirken
stimmungsaufhellend, anregend oder aufmunternd. Gleichzeitig
haben zahlreiche Inhaltsstoffe ätherischer Öle eine direkte
Wirkung auf Bakterien und Keime.
Die Anwendung der Aromatherapie
Die klassische Anwendung in der Aromatherapie ist die
Duftlampe, um Duftstoffe in einem Zimmer zu verteilen. Ein
einziges Öl, eine fertig gekaufte Mischung oder ein selbst
angefertigter Mix wird tropfenweise in die mit Wasser gefüllte
Schale gegeben und verdampft durch die Erwärmung in die
Raumluft. Duftlampen müssen wegen der brennenden Kerze oder
Teelichte stets unter Aufsicht brennen und für Kinder
unerreichbar sein.
Weitere Möglichkeiten für die Wirkung über Raumluft sind
Räucherstäbchen oder Duftkerzen, aber auch ein mit Öl
beträufelter Wattebausch, der auf die Heizung gelegt wird. Oder
geben Sie wenige Tropfen eines Öls auf ein Taschentuch und legen
dies unter oder auf das Kopfkissen. Wer viel reisen muss, kann
sich beispielsweise durch die "Kopfkissen - Beduftung" schnell
überall zu Hause fühlen.
Gut geeignet sind die Öle auch als Zusatz im Badewasser. Dort
wirken sie über die Atemwege und über die Haut. Sie dürfen
jedoch nicht direkt ins Wasser gegeben werden, da sie sich nicht
auflösen. Bitte geben Sie die Öle vorher in Sahne, oder Milch
und dann erst in die gefüllte Wanne. Schon 5 bis 15 Tropfen
reichen für ein Vollbad.
Für die Körperpflege eignen sich auch neutrale Öle oder
Lotionen, denen Frau oder Mann einige Tropfen ätherisches Öl
zusetzen kann. Als Basisöle kommen etwa Jojoba-, Weizenkeim-
oder Mandelöl in Frage. Aromatisieren Sie das Öl mit einem Duft
und reiben Sie es anschließend in die Haut ein.
Ein klassisches Beispiel aus der Aromatherapie findet heute
kaum noch Verwendung: die Inhalation. Früher trugen vornehme
Damen immer ein Riechfläschchen bei sich, um bei einer drohenden
Ohnmacht "ein Näschen'" nehmen zu können. Ideal wäre
beispielsweise der Einsatz von Pfefferminze bei Erkältungen, sie
befreit die Atemwege schnell. Wer nicht gleich ein
Riechfläschchen mitnehmen möchte: Einen Tropfen Pfefferminz öl
auf ein Taschentuch geben und daran schnüffeln.
(Nicht alle ätherischen Öle sind zum direkten Hautkontakt
geeignet. Um ein Allergie-Risiko zu testen, einen Tropfen Öl in
der Ellbogen-Beuge verreiben und über Nacht einwirken lassen.)
Die Qualität der Aromen
Die ätherischen Öle von etwa Blüten, Blättern, Schalen,
Hölzer und Wurzeln kommen zum Einsatz. Sie sollten nur " 100%
ätherische Öle" verwenden, denn nur Produkte mit dieser
Bezeichnung sind auch wirklich rein pflanzlichen Ursprungs.
Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Angabe, aus welchen
Pflanzenteilen und mit welchem Verfahren das Öl gewonnen wurde
sowie die Angabe der Anbauweise, etwa konventionell oder
kontrolliert biologisch.
Wann kommt die Aromatherapie nicht
zur Anwendung?
Direkte äußerliche oder innerliche Anwendung sollte niemand
ohne vorherige Beratung oder Information selbst versuchen.
Denken Sie auch daran: Ätherische Öle sind potente Allergene.
Jedes Zufiel ist auch nicht gut: Gönnen Sie ihrer Nase auch
Riechpausen und dosieren Sie die Öle stets sparsam.
Bei Menschen mit allergischer Disposition, bei Kindern,
Schwangeren und chronisch Kranken sollten Sie besonders
vorsichtig sein.
Beispiele für bekannte Aromen:
"Zitrusfrüchte " wirken keimtötend, sie sind anregend und
steigern die Abwehr, gleichzeitig hellen sie die Stimmung auf.
Warnhinweis: Die ätherische Öle der Zitrusfrüchten bitte nicht
vor einem Sonnenbad auf die Haut auftragen, es kann zu
photoallergischen Reaktionen kommen.
Lavendelöl hat ein breites Wirkspektrum. Es beruhigt, es regt
jedoch auch den Appetit und den Stoffwechsel an.
Baldrian wirkt auch als ätherisches Öl beruhigend,
schlaffördernd und entspannend, ist also ideal bei Nervosität,
Stressleiden und Schlafstörungen.
Die echte Kamille wirkt entzündungshemmend, entkrampfend und
beruhigend. In der Medizin wird das Öl für Spülungen, Bäder und
Kompressen verwendet.
Rosenöl riecht einfach fantastisch. Es ist auch eines der
edelsten und teuersten Öle. Es wirkt sexuell anregend und
nervenstärkend, es fördert die Durchblutung und kann regulierend
auf den Hormonhaushalt wirken. Sie können es auch bei
Menstruationsbeschwerden, Nervosität und Gallenleiden einsetzen.
Weitere Aromen / Aromaöle hier:
|