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Von Wolfgang Spiller, Villingen-Schwenningen

Das Heilfasten

Seit Menschengedenken gehört das Fasten zum normalen Lebenslauf der Menschen. Wegen seiner reinigenden, entgiftenden, befreienden und geistig erneuernden Eigenschaften gehört es zu den natürlichsten Bestandteilen einer bewussten Lebensführung. 

Alle Religionen haben daher das Fasten zum Grundelement ihrer Lehre gemacht, nicht als Strafe, sondern als Gewinn für den Menschen. Leider hat sich des Mensch durch seine primär materielle Einstellung und der Negativerfahrung des Hungers in sogenannten schlechten Zeiten von dem "Naturbegriff Fasten" entfernt und empfindet das Fasten als Verzicht. 

Dabei heißt Fasten nichts anderes als der Verzicht auf grobstoffliche Nahrung, mit dem Ziel, den Organismus aus den Körperdepots zu ernähren. Doch bevor es soweit kommt, wird erst die Ausscheidung von Gift- und Krankheitsstoffen erheblich gesteigert, und gerade das macht das Fasten bei fast allen Krankheitsprozessen so wertvoll. 

Ein entzündeter Körper leitet seine Entzündungsstoffe aus, bei allergischen Erkrankungen verschwindet der Juckreiz, der Körper befreit sich von Schadstoffen und Stoffwechselschlacken. Wer fastet, spart sich die Verdauungsarbeit, welche ca. 30% des gesamten Energieaufwandes beansprucht und nutzt diese freiwerdende Energie für Heilarbeit. Die Abwehrkraft wird erhöht und das Denkvermögen gesteigert. In jeder Beziehung fühlt sich der fastende Mensch leichter und benötigt in der Regel weniger Schlaf. Fasten reinigt nicht nur den Körper, sondern ebenfalls Seele und Geist. 

Fasten ist eine Verhaltensweise von freien Menschen und hilft die Lebensweise zu ändern. Fasten bedeutet auch: von bejahendem Willen getragene Nahrungsenthaltung. Während des Fastens kann sich der Verdauungsapparat erholen. Er säubert sich und entgiftet den Organismus von Stoffwechselrückständen. So wie der Darm und die Verdauungssäfte beschaffen sind, so ist auch die Qualität des Blutes und der Zellen. 

Während des Fastens sollten wir mindestens 2x am Tag duschen, damit die ausgeschiedenen Gifte von der Haut abgewaschen werden. Die Unreinheiten in der Vergangenheit bringen dem Menschen Krankheit, Schmerz und Leid. Jeder Fehler, gerade in der Ernährung, hinterlässt Abfälle. Krankheit ist das Ergebnis all dieser nicht beseitigten Abfälle. Der Weg zur Gesundung gelingt nur, wenn der Menschen sich reinigt, d.h. wenn er alles ablegt, was ihn belastet: körperlich, geistig wie seelisch.

Daher heißt Fasten auch, gewisse Gefühle und Gedanken, welche uns schwerfällig machen, aufzugeben. Unser Organismus sollte sich wenigstens einmal pro Woche während 24 Stunden ausruhen können. Er braucht genauso Reinigung wie ein Schrank, den man vom Staube befreit. Unbedingt fasten sollte man bei einer ausgebrochenen Krankheit. Essen während der Erkrankung verzögert den Gesundheitsprozess und hemmt Entgiftungsvorgänge. Machen wir es den Tieren nach, die instinktiv bei einer Krankheit nicht essen. 

Die Ausscheidungen, die während des Fastens auftreten, wie Schweiß, Atem, Urin und Stuhl, riechen oft stark und unangenehm. Sie zeigen an, wie viel unser Organismus mit Stoffwechselrückständen, Medikamenten und Umweltgifte überladen ist. Negative Gedanken, Hass, Eifersucht und Zorn entladen sich über Tränen und Alpträume. Die auftretenden Fastenkrisen werden ausgelöst durch die Unmengen von Abfällen, die durch diese Reinigung plötzlich ins Blut gelangen. Kreislaufschwäche, Kopfschmerzen und Schwindel sind hierfür typische Anzeichen.

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Wie lange sollte gefastet werden?

Es gibt hier keine feste Regel. Fasten zum Entschlacken, Entgiften und Reinigen kann in einer 1-wöchigen Frühjahrs- und Herbstkur durchgeführt werden. Fasten aus medizinischen Gründen sollte über mehrere Wochen durchgeführt werden, dann allerdings unter Anleitung eines erfahrenen Fastentherapeuten.

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Wie wird gefastet?

Ein oder zwei Tage, bevor man mit dem eigentlichen Fasten beginnt, sollte man sogenannte Entlastungstage einlegen, die darin bestehen, dass an diesen Tagen Obst und Frischkost (Salate und rohes Gemüse) gegessen wird. Am 1. Fastentag wird morgens für eine gründliche Darmreinigung mittels Einlauf gesorgt. (Einlaufgeräte und Anleitung erhalten Sie in jeder Apotheke). Etwa 1 Liter körperwarmer Kamillentee wird mittels Irrigator zum Spülen in den Darm eingebracht. Durch die Darmreinigung wird der Verdauungstrakt von Ablagerungen befreit, welche sich seit 10, 20, 30 oder mehr Jahren aufgrund falscher Lebens- und Ernährungsweise angesammelt haben. Alte Krusten in den Vertiefungen des Darmes werden gelöst und ausgeschieden. Die Gifte im Darm machen den Menschen krank. "Der Tod sitzt im Darm", sagte einmal ein bekannter Naturheilarzt. Der Darmtrakt muss als größter Vergiftungsherd angesehen werden. Je länger der Körper verunreinigt wurde, desto länger erfordert er auch eine gründliche, mehrmalige Säuberung. Ich empfehle daher, sich an einen Therapeuten zu wenden, der die Kolon-Hydro-Therapie durchführt. Die Kolon-Hydro-Therapie ist eine intensive Darmspülung mit gereinigtem Wasser über einen Zeitraum von 30-45 Minuten. Hier wird ähnlich wie beim Einlauf verfahren, nur mit dem Unterschied, dass das Darmrohr im Enddarm liegen bleibt und nun der Darm in einem geschlossenen System 30-45 Minuten mit klarem Wasser sanft durchflutet wird. Diese Methode wird von allen Fastern als sehr angenehm und effektiv empfunden.

Um die Stoffwechselschlacken, die aus dem Zwischenzellgewebe freigesetzt wurden, schnell auszuleiten, muss viel Flüssigkeit getrunken werden. Das, was an Getränken aufgenommen werden kann, hängt von der Art des Fastens ab. Wir führen in der Regel ein Tee-Saft-Fasten durch, in Ausnahmefällen auch ein Enzymfasten. Beim Enzymfasten werden täglich 2 Fläschchen eines milchsauer vergorenen Enzymhefezellpräparat getrunken.

Fasten Sie mit Gemüse- und Obstsäften sollten diese am besten frisch gepresst werden, zur Not kann man auch auf gekaufte Säfte zurückgreifen, doch sollten sie keinen Zucker enthalten. Bei einer täglichen Trinkmenge von 3 Litern verteilen sich die Trinkportionen auf 1,5 Liter Wasser und Kräutertee, 750 ml Gemüsesaft und 750 ml Obstsaft. Wer beim Fasten friert kann sich zusätzlich eine salzlose Gemüsebrühe aufkochen und diese schluckweise trinken.

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Fasten und Alltag

Wer zum ersten Mal fastet, sollte dies in einer Gruppe tun oder unter Begleitung eines Fastentherapeuten. Auch sollten im Alltag einige Dinge geklärt werden, vor allem dann, wenn das Fasten zu Hause durchgeführt wird. Sie müssen wissen, dass es zu Fastenreaktionen und Heilkrisen kommen kann. An solchen Tagen sind Sie nicht so leistungsfähig, fühlen sich unwohl und haben unter Umständen schlechte Laune. Sorgen Sie zu Hause dafür, dass Sie die Möglichkeit haben sich zurückzuziehen um das tun zu können, wonach es Ihnen gerade ist, z.B. Schlafen Lesen, Sauna, Massage oder Bewegung. Achten Sie darauf, dass Sie nicht durch Alltagsarbeit und die üblichen Sorgen belastet sind, nehmen Sie auch ruhig Urlaub von der Familie, Beruf und sonstigen Verpflichtungen. Natürlich können Sie während des Fastens weiterarbeiten, aber Sie sollten einige Dinge bedenken. Nach einigen Tagen setzen deutliche Entgiftungen des Körpers ein, die sich durch unangenehmen Körper- und Mundgeruch bemerkbar machen. Eine gründliche Körperpflege und Hygiene ist unumgänglich. Organisieren Sie Ihr Fasten so, dass Sie unter Umständen auch einen Tag zu Hause bleiben können. Wer länger als eine Woche fasten möchte, sollte sich an eine Institution wenden, wo das Fasten fachkundig begleitet wird.

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Was geschieht nach dem Fasten?

"Fasten kann jeder Dumme, Fastenbrechen nur ein Weiser." Mit diesem Satz ist schon fast alles gesagt. Wer sich vor lauter Freude, dass er wieder essen darf nach dem Fasten den "Magen vollschlägt", wird ein böses Erwachen erleben. Der Organismus muss nach einer Fastenperiode wieder behutsam vom Fastenstoffwechsel auf Nahrungsstoffwechsel umgestellt werden. Man beginnt daher am 1. Tag des Fastenbrechens nachmittags mit einem Apfel, der sehr lange gekaut wird. Der Magen muss erst wieder daran gewöhnt werden, Nahrung aufzunehmen. Am 2. Tag bleibt man ebenfalls bei Obst, während am 3. Tag mit erweiterter Frischkost fortgefahren wird. Auf gar keinen Fall mit erhitzter Nahrung oder tierischen Nahrungsmitteln fastenbrechen. Nach dem Fasten haben Sie endlich auch die Gelegenheit mit alten Eßgewohnheiten zu brechen.

Denn nun sollten Sie Ihren gereinigten und entgifteten Körper nur reine, gesunde und biologisch wertvolle Nahrung einverleiben. Essen Sie in Zukunft eine vitalstoffreiche Kost mit einem sehr hohen Anteil an lebendiger Nahrung in Form von Frischkost. Eine frischkostbetonte Vollwertkost mit einem Verhältnis von 70% roh und 30% erhitzt kann hier ein ernster Weg sein. Wir beraten Sie gerne zu allen Ernährungsfragen.

Wer selbst Interesse hat Fastengruppen zu führen, kann sich die Qualifikation zum Fastenleiter in Kursen von mir aneignen. Infomaterial erhalten Sie unter Tel: 07721 / 4503

Autor: Wolfgang Spiller, Heilpraktiker und Ernährungstherapeut
Niederestr. 24, 78050 Villingen-Schwenningen

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