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Einfache Migräne (ohne Aura)

Definition: Sehr starkes Kopfweh mit ziemlich schnellem Beginn (meist innerhalb von 1 bis 2 Stunden), meist nur auf einer Kopfseite lokalisiert (die Kopfseite kann aber wechseln). Die Anfälle können jederzeit auftreten (auch nachts oder am frühen Morgen).

Begleitsymptome: meistens sieht der Kranke blaß aus, kann Licht und Geräusche kaum ertragen. Er geht meist in ein dunkles Zimmer und legt sich ins Bett. Sehr häufig leiden die Kranken an Übelkeit und müssen manchmal auch erbrechen (das Erbrechen lindert meistens die Beschwerden). Die Migräne klingt ab, eventuell auch nach einem Schlaf.

Für manche Patienten ist das Unwohlsein während der Migräne schlimmer zu ertragen als der Kopfschmerz selber.

Ein typischer Migräneanfall dauert zwischen einigen Stunden und drei Tagen. Die Häufigkeit einer einfachen Migräne sollte einige Male pro Monat nicht übertreffen. Wenn sie häufiger auftritt, stimmt vielleicht die Diagnose nicht.

Die einfache Migräne tritt bevorzugt über das Wochenende auf (freie Tage).

Krankenbefragung und Untersuchungsbefunde

Die Befragung des Patienten ist zugleich die wichtigste diagnostische Maßnahme. Die körperliche Untersuchung ist in den meisten Fallen normal. Sehr selten kann während einer schweren Migräneattacke auch ein steifes Genick festgestellt werden als Hinweis auf eine Hirnhautreizung (Meningismus). Auch lassen sich empfindliche Stellen an der Halswirbelsäule tasten, sogenannte Irritationszonen oder Triggerpoints.

Technische Hilfsuntersuchungen

Die meisten Patienten haben ein ganz normales EEG (Gehirnstrommessung / ElektroEncephaloGraphie); nur eine Minderheit zeigt unspezifische Veränderungen im Routine-EEG, meist einseitig im Stinlappenbereich.

Die Röntgenabklärungen sind meistens normal. Die Halswirbelsäule ist meistens gestreckt, in Funktionsaufnahmen sind isolierte Wirbelsäulenblockaden oder auch Überbeweglichkeiten sichtbar. Bei Wirbelsäulenblockaden ist eine Einrichtung der Wirbelsäule angeraten.

Behandlung ohne Medikamente

Migränepatienten besitzen keine gemeinsamen für die Migräne spezifischen Charaktereigenschaften (sogenannte "Migränepersönlichkeit"). Aber gelegentlich hat man den Eindruck, daß sie etwas hektischer sind.

Man kann Entspannungsübungen wie Yoga, autogenes Training oder Biofeedback versuchen. Auch ist das Führen eines Migräne - Tagebuchs sinnvoll, um mögliche Zusammenhänge in der Lebensführung erkennen zu können (denken Sie bitte auch an Nahrungsmittel Unverträglichkeiten und andere äußere Umstände).

In einigen Fällen ist auch ein psychoanalytischer Zugang angezeigt.

Schulmedizinische Therapie mit Medikamenten

Behandlung eines akuten Migräneanfalls:

Die meisten der unten genannten Medikamente wirken auf einen ganz bestimmten Botenstoff im Gehirn ein (Serotonin). Meistens wird ein Migräneanfall mit Sumatriptan behandelt (als Spritze unter die Haut oder auch als Pille). Gegenanzeigen: coronaren Herzkrankheit (Gefäßverkalkung der Herzkranzgefäße) oder hoher Blutdruck. Des weiteren darf der Patient kein Ergotaminpräparat einnehmen.

Seit kurzem kann man auch das Medikament Lidocain als Nasenspray zur Anfallsbehandlung einsetzen.

Die bisher übliche Behandlung eines Migräneanfalles bestand in der Gabe von Ergotamin, entweder intramuskulär oder rektal. In den meisten Präparaten kommt auch Koffein und vielleicht Codein plus ein krampflösendes Medikament (Spasmolyticum) vor.

Bei beginnendem Migräneanfall sollte zuallererst ein mildes Mittel gegen Schwindel und ein Mittel für die Entleerung des Magens (Gastrokinetikum) wie Metoclopramid oder Domperidon gegeben werden. Später kann der Patient dann klassische Schmerzmittel wie z.B. Acetylsalycylsäure oder Paracetamol einnehmen.

Vorbeugende Behandlung:

Wenn Migräneanfälle häufiger als einmal im Monat auftreten, sollte eine vorbeugende Behandlung angestrebt werden:

folgende Medikamente eignen sich dazu 

  • Betablocker ohne sympathicomimetische Eigenaktivität
  • Niedrig dosierte Antidepressiva
  • Calciumkanalblocker wie Verapamil oder Flunarizin

Nebenwirkungen je nach Medikament: Gewichtszunahme, Müdigkeit, Schwindel, tiefen Blutdruck, Bradykardie und andere.

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