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Zur Praxis
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Osteoporose

Der Aufbau der Knochen und der Knochensubstanz

Die Knochen sind - entgegen der allgemeinen Volksmeinung nicht einfach nur "totes" Gewebe. Wären sie wirklich "tot" könnten sie ja auch nicht heilen - oder?

Der Knochen wird von lebenden Knochenzellen (sogenannten Osteoblasten) aufgebaut. Die Osteoblasten haben die Eigenschaft, Calcium an sich zu binden.

Als Gegenspieler und Regulator zu den Osteoblasten gibt es auch "Knochenfresserzellen" (Osteoklasten). Diese Knochenfresser haben die Aufgabe, überschüssiges Knochengewebe wieder abzubauen und für ein Gleichgewicht im Knochenstoffwechsel zu sorgen. Lebender Knochen befindet sich in einem ständigen Umbau, wobei der Knochenaufbau mit dem Knochenabbau in einem Gleichgewicht steht.

Die gesamte Knochengrundsubstanz nennt man Osteoid.

Der Knochen besteht in seinem Außenteil aus einer kompakten Knochenmasse ("Compacta") und in seinem Inneren aus einer schwämmchenartigen Substanz ("Spongiosa").

Die natürliche Entwicklung des Knochen im Menschen

Die eigentliche Ursache der Osteoporosekrankheit wird im Alter zwischen 10 und 25 Jahren gelegt. In dieser Zeitspanne bildet der menschliche Körper seine maximale Knochenmasse aus. Diese maximale Knochenmasse wird bis zu einem Alter von 50 Jahren aufrecht erhalten. Danach beginnt ein natürlicher Abbauprozess der Knochenmasse von 0,5 % bis 1,5 % pro Jahr. Ursächlich dafür sind vermutlich verminderte Hormonausschüttungen von "aufbauenden Hormonen" (sogenannte anabole Hormone) bei nur verminderter Ausschüttung "abbauender Hormone" (katabole Hormone) (Hirnanhangdrüse, Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Keimdrüsen, Nebenniere etc.).

Wird bis zum 25. Lebensjahr nicht ein maximal fester Knochen erzeugt, dann hat der Mensch am Lebensende "nichts mehr zuzusetzen".

Die Osteoporose betrifft im wesentlichen die schwämmchenartige Innenseite des Knochens (Spongiosa) und nicht die harte Außenseite (die Compacta).

Was ist Osteoporose? Definition:

Die Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Erkrankung des gesamten Skelettsystems und nicht etwa nur einzelner Knochen. Dabei verringert sich die Knochenmasse und es kommt zu einer Verschlechterung der Gewebsstruktur und dadurch erhöhtes Knochenbruchrisiko.

Die Osteoporose ist NICHT eine Calciummangelkrankheit! Vielmehr vermindert sich bei der Osteoporose das lebende Gewebe, die Knochengrundsubstanz (Osteoid). Die verbleibende Knochengrundsubstanz ist NORMAL mit Calcium versorgt! Die einzelne Zelle hat also genügend Calcium. Es fehlt aber an genügend lebenden Knochenzellen.

Der Knochen verliert an Stabilität und Elastizität. Dadurch steigt im gleichem Maße das Risiko, schon ohne entsprechenden Sturz o.ä. einen Knochenbruch zu erleiden.

Die verstärkte Brüchigkeit kann aber auch zu einem langsamen, kaum bemerkten, "Zusammensinken" des Knochens führen. Im Volksmund spricht man dann gerne vom "Schrumpfen". Das sind gewissermaßen Knochenbrüch "auf Raten". Da das nicht gleichmäßig geschieht, sondern immer an der schwächsten - oder am meisten belasteten Stelle, bildet sich nach einiger Zeit am Rücken ein sogenannter "Witwenbuckel" oder auch "Katzenbuckel".

Formen der Osteoporose

Man unterscheidet zwischen einer: Primären Osteoporose und einer Sekundären Osteoporose

Eine primäre Osteoporose ist die Krankheit, die Sie für gewöhnlich kennengelernt haben. Unter einer sekundären Osteoporose versteht man eine Osteoporose, die z. B. durch Cortisonmedikation oder durch eine andere Krankheit verursacht worden ist.

Wer bekommt Osteoporose? Risikofaktoren!

Hormonmangel:

Verminderung der Östrogenproduktion bei Frauen, insbesondere ab der Menopause. In den Wecheljahren kann, statistisch gesehen, jede dritte Frau von Osteoporose betroffen sein.

Beim Mann wirkt sich Testosteronmangel (männliches Geschlechtshormon) auf ähnliche Art aus.

Der Einfluß der Schilddrüsenhormone

Thyroxin, das Schilddrüsenhormon hat eine generell Stoffwechselaktivierende Wirkung. Ein direkter Einfluß auf den Knochenstoffwechsel wird verneint.

Der Einfluß der Neben-Schilddrüsenhormone

Die Nebenschilddrüse ("Parathyroidea") ist ganz entscheidend in den Knochenstoffwechsel eingebunden.

Das Vitamin D

Auch ein ganz wesentliches Hormon für die Knochen. Es wird zu rund 50 % durch die Nahrung zugeführt. Die restlichen 50 % kann der Körper aus "Cholesterinen" selbst synthetisieren.

Östrogene und Gestagene

Haben auf den Knochenstoffwechsel eine schützende, aufbauende Funktion.

Cortison

Regelmäßige und längere Gabe von Cortison greift in den Knochenbildungsprozeß ein. Man weiß, daß eine länger als sechs Monate andauernde Therapie mit Cortison-Tabletten das Risiko einer Osteoporose erhöht. Damit sind alle Menschen, z.B. mit Rheuma oder Asthma, die dieses Medikament gezwungenermaßen nehmen müssen, gefährdet.

Calcium-Phosphat-Quotient

Es ist bekannt, daß sich Calcium und Phosphat im Blut verhalten, als ob sie Faktoren in einer Multiplikation wäre, bei dem das Ergebnis immer konstant ist (Beispiel: 5 x 5 = 20 oder 5 x 4 = 20 oder 2 x 10 = 20 oder 10 x 2 = 20) Das bedeutet, daß ein hohes Phosphat automatisch ein kleines Calcium erzeugt!!!!

Den menschlichen Bedürfnissen entspricht ein Calcium : Phosphat-Anteil von 50% zu 50 %. Bei Fleisch und Fisch schwankt dieser Anteil zwischen 1 zu 15 und knapp 1 zu 100 zugunsten des Phosphates! Das Calcium-Phosphat-Verhältnis in Fleisch und Fisch ist also sehr ungünstig für den Körper.

Calcium

Der tägliche Calciumbedarf eines normal gebauten Menschen beträgt knapp 1 Gramm täglich. Selbst diese Menge wird heutzutage nur selten erreicht. Spätestens ab der Pubertät sind die meisten Menschen in den westlichen Ländern mit Calcium unterversorgt.

Phosphat

Eine erhöhte Zufuhr an Phosphat über die Nahrung behindert über verschiedene Mechanismen die Aufnahme von Calcium aus dem Darm. Dadurch gerät der Körper im Blut in einen Calcium-Mangel, den er über die Freisetzung von Nebenschilddrüsenhormon wieder reguliert (Parathormon). Dummerweise ist die Funktion des Parathormons die Förderung der "Knochenfresserzellen" und die Hemmung von "Knochenbilderzellen". Ein Teufelskreislauf.

Auch ist unsere Nahrung mit Phosphaten reich gesättigt. Besonders schädlich sind die süßen Limonaden und Colagetränke (zur Cola siehe den Artikel am Seitenende!!!!).

Zum Phosphat noch ein Beispiel aus der Schulmedizin. Wenn Menschen aufgrund eines Ausfall ihrer Nieren an die Blutwäsche (Dialyse) angeschlossen werden müssen, ist es ein Hauptproblem, überschüssiges Wasser, Kalium, Harnstoff, Harnsäure, Amoniak etc. aus dem Körper zu entfernen. Trotz unser modernen Dialysetechnik gelingt das Entfernen des Phosphates heutzutage immer noch nicht befriedigend. Aus diesem Grund müssen die meisten Patienten einen sogenannten Phosphatbinder (meistens Aluminiumhydroxyd oder Magnesiumverbindungen) schlucken, damit das Phosphat, daß in der Nahrung steckt, gar nicht erst in den Körper aufgenommen wird. Damit will man langfristig eine Osteoporose vermeiden.

Der Einfluss der Ernährung auf die Osteoporose, falsche Ernährung - oder die Ernährung im Wohlstand!

Es ist heute eigentlich unstreitig - uns geht es zu gut. Wir essen zu viel und vor allem zu Fett. Außerdem nehmen wir zu viel Eiweiß zu uns. Der hochaufbereiteten Fertignahrung fehlen Mikronährstoffe wie Vitamine oder Magnesium. Auch die Aufnahme von Kalzium ist zu gering und im Gegenzug wird reichhaltig Phosphat durch Hamburger und Cola zugeführt.

Ursächlich sieht man einen Zusammenhang mit dem geringen Anteil an rohe Nahrungsmitteln pflanzlicher Herkunft. In den Industrienationen sind insbesondere Jugendliche durch das moderne "Junkfood" gefährdet.

Der krankhafte Schlankheitswahn ("Anorexia nervosa")

Immer mehr Menschen (meist junge Mädchen) erkranken an der krankhaften Magersucht. Durch die chronische Unterernährung sind sie auch im gesamten (Knochen-)Stoffwechsel sehr eingeschränkt. Wer sich am Tag nur von einem Joghurt ernährt nimmt nun mal nicht genug Calcium, Spurenelemente und Eiweiße zu sich. Die Anorexia nervosa wirkt sich insbesondere in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter fatal auf den Knochenstoffwechsel aus. Osteoporose ist vorprogrammiert.

Zu viel Eiweiß in der Nahrung

In mehreren Studien konnte der Nachweis erbracht werden, daß eine hohe Eiweißaufnahme zu einer negativen Calciumbilanz im Körper führt, wobei eine niedrige Eiweißzufuhr unter dem Strich zu einer positiven Calciumbilanz führt. (Kleine Bemerkung am Rande: in Versuchen mit Ratten konnte man zeigen, daß eine äußerst knappe Ernährung die Lebenszeit der Ratten um bis zu 50% !!!! verlängerte! Sicherlich ein Grund über unsere Nahrungsmenge nachzudenken.)

  • Wieviel Eiweiß braucht der Mensch?

Wenn das Eiweiß hochwertig ist (d.h. es sind alle notwendigen Aminosäuren vorhanden) reichen für einen ca. 70 kg schweren Erwachsenen ca. 21 bis 28 Gramm täglich (Faustregel: 0,3 bis 0,4 Gramm je kg Körpergewicht).

In Deutschland werden aber täglich mehr als 100 Gramm (bis teilweise zu 300 Gramm) täglich verzehrt.

Suchtverhalten

Abhängigkeit und Suchtverhalten durch Rauchen, Alkohol, Tabletten etc. führt meistens auch zu einem falschen Eßverhalten.

Zu wenig Bewegung! Merke: wer Rastet, der Rostet

Durch regelmäßige Belastung wird der Knochen zur verstärkten Neubildung angeregt. Da der Grundstock für starke Knochen schon im Kindesalter gelegt wird, muß schon in dieser Zeit für ausreichende Bewegung gesorgt werden. Wer längere Zeit einen Gips getragen hat, könnte ein einfaches Experiment machen. Er müßte nur eine Knochendichtemessung des betroffenen Gliedes zum Zeitpunkt der Gipsanlage machen lassen und eine weitere beim Abnehmen des Gips. Nach nur 3 Wochen kann man eine deutliche Entkalkung des ruhiggestellten Knochen feststellen. Wenn man diese Erkenntnis auf den ganzen Körper umsetzt, bedeutet dieses, daß Bewegung den Knochen stärkt - Bewegungsmangel aber deutlich schwächt.

Bewegungsmangel wird heute besonders bei Männern festgestellt. Aber auch bei vielen alten Menschen sieht man, daß sie meistens zu Hause sitzen oder gar teilweise bettlägerig sind.

Magen-Darm-Erkrankungen

Osteoporose kann auch als Langzeitfolge bei Magen- und Darmerkrankungen auftreten, da diese den Stoffwechsel nachhaltig beeinflussen können. Insbesondere bei einem sogenannten Malabsorbtionssyndrom (Erklärung des Begriffes schwierig: wer es hat, weiß wovon die Rede ist. Kurz gesagt, bestimmte Nahrungsstoffe können nicht mehr richtig aufgenommen werden, obwohl sie in ausreichender Menge dem Körper zugeführt werden.)

Saurer Stoffwechsel oder hilft die Entsäuerung?

Durch unsere Moderne Nahrung werden wir mit relativ "sauren" Nahrungsmitteln überschwemmt. Man kann nachweisen, daß die Calciumausscheidung im Urin bei Einnahme von "Säureblockern" wir z. B. Bicarbonat verringert wird.

Es ist allerdings nicht sinnvoll, die Sünden der Ernährung mit einem hochwirkungsvollen Medikament bekämpfen zu wollen. Sinnvoller ist es, den Säureüberschuß durch ein verändertes Ess- und Ernährungsverhalten zu regulieren.

Familiengeschichte

Erbschaften, die man nicht ausschlagen kann .......... Haben schon frühere Familienmitglieder unter Osteoporose gelitten, so steigt das Risiko einer Erkrankung ebenfalls.

Milch und Milchprodukte - gesund wie die Natur?

Es sollen an dieser Stelle mal einige Halbwahrheiten geradegerückt werden.

Sie kennen alle die Aussage, daß Milch viel Calcium enthält. Das wird von mir auch nicht bezweifelt. Aber hat Ihnen schon mal jemand gesagt, wieviel Phosphat in der Milch ist? Wie Sie oben lesen konnten, ist das entscheidende für die Calciumaufnahme der Calcium-Phosphat-Quotient. Und LEIDER ist der bei der Milch gar nicht so gut. Da gibt es genügend andere Lebensmittel, die einen günstigeren Quotienten haben, als die Milch!

Ist Osteoporose eine Frauenkrankheit?

25 % aller Frauen nach den Wechseljahren erkranken an der Osteoporosekrankheit. Männer erkranken deutlich seltener.

Wie merkt die (der) Betroffene, daß er eine Osteoporose hat?

Eines der für den Betroffen am ehesten spürbaren Symptome sind chronische, ziehende oder auch als "dumpf" beschriebene Rückenschmerzen.

Schulmedizinische Diagnostik

Knochendichtemessung, Knochenosteodensiometrie

War mal vor kurzer Zeit große Mode. Man hat viel Geld damit verdient. Wurde ja auch überall propagiert. In der Anfangszeit gab es noch nicht mal ein standardisiertes Verfahren. Da hat jeder gemessen, was er gerade wollte. Die Aussagekraft war dementsprechend gering. Und der Schaden für die Patienten? Natürlich gab es auch etliche, bei denen die Messungen gestimmt haben. Aber es gilt auch: Gesunde wurden als Kranke erklärt und in Verzweiflung gestürzt, Kranke wurden in trügerischer Sicherheit gewiegt.

Mit einem Mal hat die Kasse nichts mehr gezahlt. Aus war der Spuk. Wäre es wirklich so wichtig gewesen, hätten die Ärzte (Orthopäden / Röntgenologen) es zumindest empfohlen und auf Privatrezept weiterverordnet. Pustekuchen.

Bestimmung von Calcium im Blut

Bringt meisten nicht viel, weil der Körper versucht, sein Gleichgewicht zu halten. Sehr stark erhöhte Calciumwerte sind eher ein Grund, nach einem Tumor der Nebenschilddrüse, einem Lungenkarzinom oder ähnlichen Krankheiten zu suchen.

Bestimmung der Calciumausscheidung im Urin

Bei deutlichem Calciummangel im Körper kommt es zu einer Verminderung der Kalziumausscheidung im Urin. Begründung: der Körper möchte den Blut-Calciumspiegel im normalen Bereich halten, deshalb gibt er der Niere den "Auftrag" besonders viel Calcium zurückzuholen. Die verminderte Calciumausscheidung im Urin ist wesentlich empfindlicher im Aussagewert als der Calciumblutspiegel.

Neuere Untersuchungen zeigen, daß das auch bei vielen Männern eine verminderte Calciumausscheidung vorliegt. Die Ursachen hierfür sind allerdings noch unklar.

Bestimmung von Phosphat im Blut

Bestimmung von Calcitonin im Blut

Bringt nur etwas, wenn man einen Schilddrüsentumor vermutet, oder eine massive Stoffwechselentgleisung vorhanden ist. Meistens unauffällig.

Bestimmung von Parathormon im Blut

Bringt nur etwas, wenn man einen Nebenschilddrüsentumor oder einen anderen Tumor, der Nebenschilddrüsenhormone produzieren kann vermutet. Meistens unauffällig.

Bestimmung von weiblichen Geschlechtshormonen im Blut

Ist prinzipiell sinnvoll. Allerdings sind die Geschlechtshormone auch von anderen Faktoren wieder abhängig. Und sie sollten der Aussage "die produzieren ja doch nichts mehr" oder "die sind jetzt nutzlos" nicht zu viel Gewicht beimessen. Meistens unauffällig.

Früherkennung und Vorsorge

Die Früherkennung und Vorbeugung der Osteoporose ist besonders wichtig! Eine einmal geschädigte Knochenstruktur ist auch durch eine Behandlung nicht wieder zu ersetzen! Wehret also den Anfängen!

Wie baut man Knochen wieder auf?

Ein einmal zerstörter Knochen kann vom Prinzip her nicht mehr aufgebaut werden. Durch die modernen Medikamente konnte man jedoch eine Erhöhung der Stabilität des Knochen erzielen. Derzeit "IN" sind sogenannte Bisphosphonate. Aber auch mit Fluorverbindungen wird weiter experimentiert.

Osteoporose - ein Problem der westlichen Welt?

Aus Vergleichsstudien weiß man, dass die Osteoporose im wesentlichen auf die westliche Welt beschränkt ist. Da die Calciumaufnahme in z. B. asiatischen Ländern eher geringer ist, als in westlichen Ländern, muss man sich fragen, ob die Osteoporose wirklich eine Calcium-Mangelkrankheit ist.

Anzeichen einer Osteoporose

Erste Warnzeichen sind dumpfe Rückenschmerzen. Wer häufiger solche Schmerzen verspürt, sollte, insbesondere bei Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe, mit seinem Arzt eine mögliche Osteoporose abklären.

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Artikel aus der Ärztezeitung

Experten: „Osteoporose ist keine Alterskrankheit“ -

Softdrinks weichen Mädchen-Knochen auf

BOSTON – Osteoporose im Alter und Trinkgewohnheiten als Teenager – diese Assoziation mutet auf den ersten Blick eigenartig an. Eine amerikanische Studie hat jedoch sehr bedenkliche Zusammenhänge aufgedeckt.

Softdrinks und Kola-Getränke sind bei jungen Leuten „in“. Ihr Konsum hat sich gegenüber früher verdoppelt bis verdreifacht – auf Kosten des Milchtrinkens. Der hohe Phosphat-Gehalt stört jedoch die Homöostase des Kalzium-Haushalts im Knochen empfindlich – und das in einer Periode, in der wegen des Wachstums besonders viel Kalzium benötigt wird. Vor allem junge Mädchen sind gefährdet. Die Folge: Erhöhte Anfälligkeit für Frakturen und im Alter ein gesteigertes Osteoporose-Risiko.

Grace Wyshak von der Harvard Medical School in Boston wertete Fragebögen aus, in denen 460 weibliche Teenager über körperliche Aktivitäten und Trinkgewohnheiten Auskunft gegeben hatten. Nahezu 80 Prozent gaben an, Softdrinks zu konsumieren: Fast 50 Prozent tranken nur Kola-Getränke, 15 Prozent bevorzugten andere Softdrinks, die restlichen 15 Prozent genossen beides.

Mädchen, die Softdrinks trinken, tragen ein mehr als dreifach höheres Risiko für Knochenfrakturen als jene, die darauf verzichten. Sportlich sehr aktive Kola-Trinkerinnen weisen gar fünfmal so häufig Frakturen auf wie jene aktiven Mädchen, die dieses Getränk nicht konsumieren.

Verschärft wird die Situation dadurch, daß junge Mädchen aus figürlichen Gründen um kalziumreiche Lebensmittel wie Milch, Käse oder auch Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl oder Kohlrabi einen großen Bogen machen.

Experten sind sich darüber einig, daß Osteoporose nicht länger als Alters-Krankheit angesehen werden darf. Vielmehr handelt es sich um eine pädiatrische Krankheit, deren Auswirkungen im Alter sichtbar werden.

Statt des Konsums von Kola-Getränken raten Ernährungs-Experten Teenagern zu Mineralwässern, die mit Kalzium (mindestens 150 mg/l) angereichert sind, oder zu Fruchtsäften. Neben kalziumreichen Lebensmitteln fördern körperliche Aktivitäten wie Joggen oder Walking ebenfalls die Knochenstabilität.

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