von
Andreas Jansen, Arzt für Homöopathie und Naturheilverfahren
Prämenstruelles Syndrom (PMS) - "die Tage vor den Tagen"
Schlechte Laune, Reizbarkeit (manchmal "explosiv"), müde und
weinerlich. Heißhunger mit "Freßattacken". Außerdem geschwollene
Beine, schmerzende Brüste und Kopfschmerzen. Die "Tage vor den
Tagen" sind für manche Frauen nicht gerade die besten.....
Die Ursachen des PMS sind auch heute weitgehend unbekannt.
Vermutet werden Veränderungen der zentralnervösen Regulation im
Zusammenhang mit den zyklischen Sexualhormonveränderungen. (für
die Profis: Serotonin, Gamma-Amino-Buttersäure, adrenerge
Substanzen und Opioide)
Im folgenden führe ich die Maßnahmen auf, die sich in meiner
Praxis am besten bewährt haben.
Heilpflanzen bei PMS
- Keuschlammfrüchte (Agnus
castus) vermindern die unangenehmen Wassereinlagerungen
und das Spannen der Brust
- Johanniskraut (Hypericum
perforatum) verbessert die Gemütslage, da es antidepressiv
wirkt.
- Melisse (Melissa
officinalis) beruhigt die Nerven und den angegriffenen Magen
Neuraltherapie
Aus der praktischen Erfahrung kann ich sagen, dass viele
Frauen von einer
neuraltherapeutischen Behandlung profitieren. Ich persönlich
kombiniere die Lokalbehandlung mit Quaddeln gerne mit einer
Injektion in den sogenannten "Gynäkologischen Raum". Bei
schweren Fällen habe ich auch mit der
Störfeldsuche und Injektion an das Störfeld schon die
verblüffendsten Erfolge erzielt.
Akupunktur
Die Akupunktur
vermag als echte Regulationstherapie die Energie wieder in die
rechten Bahnen zu lenken. Hilfreich sind insbesondere Punkte des
Milz-Pankreas-Meridians und des Nierenmeridians für die
Regulation des Wasserhaushaltes, Punkte des Meridians
"Konzeptionsgefäß und Magen" für die Lokalbehandlung, sowie
beruhigende Punkte auf den Meridianen "Lenkergefäß", "Magen" und
"Herz".
Allgemeine Tipps bei PMS
-
Übergewicht reduzieren (leichter gesagt, als getan ......
)
Diese Empfehlung beruht auf der Erfahrung, dass meistens
(natürlich nicht immer!) eher übergewichtige Frauen an diesen
Beschwerden leiden - und dass sich die Beschwerden nach einer
Gewichtsreduktion lindern lassen.
-
Weniger tierische Fette zu sich nehmen, auf
gesättigte Fettsäuren verzichten; stattdessen mehr
ungesättigte Omega-3-Fettsäuren
Aus der Schmerzforschung ist bekannt, dass tierische
Nahrungsmittel Bestandteile haben, die im Körper zu der
sogenannten Arachidonsäure (Arachno = Spinne) umgebaut werden.
Diese ist aber ein wesentlicher Bestandteil der körpereigenen
Schmerzbotenstoffe bzw. ein Schmerzvermittler. Die Konsequenz -
erprobt bei vielen Rheumatikern - kein (wenig) Fleisch und Eier
essen.
Im Gegenzug konnte in Studien gezeigt werden, dass die Zufuhr
von ungesättigten Fettsäuren sogar Depressionen und
Verhaltensstörungen verringern konnte. Der Nachteil dieser
Diäten ist allerdings, dass kurzfristige Erfolge nicht zu
erwarten sind, dass aber die langfristige Nahrungsumstellung (ab
6 bis 12 Wochen) den gewünschten Effekt hat.
-
Kohlenhydrat- und Ballaststoffreich essen
Studien haben gezeigt, dass Frauen, die auf ca. 15 % Fett
verzichtet haben und sich zusätzlich kohlenhydratreich ernährt
haben, deutlich weniger Beschwerden haben (weniger Brustspannen,
Migräne und Wassereinlagerungen).
Dadurch kommt es zu verringerten
Wassereinlagerungsmöglichkeiten, die an sich schon zu einer
Verschlimmerung der Symptome beitragen.
-
Zigaretten, Kaffee und Alkohol
einschränken oder besser ganz weglassen.
-
Auf ausreichende Vitamin und Mineralversorgung achten -
insbes. auf Magnesium,
Zink und
Vitamin B6,
Vitamin C,
Vitamin E sowie von
essentiellen Fettsäuren.
Außerdem empfehlen sich Präparate mit den Extrakten von
Nachtkerzen- oder Borretschöl.
Magnesium vermindert die
Krampfneigung im Körper. Eine ähnliche Funktion hat auch das
Zink.
|