Wirkstoffe, die enthalten sein können:
Allantoin (dieses natürliche Allantoin wirkt viel
wundheilender als synthetisch hergestelltes), Consolidin
(Glykosid), Schleim- und Gerbstoffe, Pyrrolizidinalkaloide,
Symphyto-Cynoglossin (leicht betäubendes und
schmerzlinderndes Alkaloid), Harze, Cholin und Spuren von
ätherischem Öl, Kieselsäure
Eventuelle Wirkungen:
- wundheilend
- entzündungshemmend
- reizmildernd
- regt angeblich die Kallusbildung an , was bei
Knochenbrüchen zum Zusammenwachsen wichtig ist
- soll das Zusammenwachsen der Knochen fördern
- fördert Geweberegeneration (durch die Kieselsäure)
- soll die roten Blutkörperchen vermehren und die
Hauttemperatur erhöhen
Heilanzeigen, von denen teilweise berichtet wird:
- Knochenbrüche, Knochenverletzungen
- Knochenhautverletzungen
- Bluterguss und Quetschung
- Prellung - auch Prellung des Augapfels
- Verstauchung mit schmerzhafter Verletzung des Binde-
und Nervengewebes
- Wunden, die schlecht heilen (Wirkung des Allantoins)
oder Wunden mit Gewebeverlust
- Drüsenschwellungen
- Venenentzündungen, Krampfadernstauungen und
Sehnenscheidenentzündungen
- rheumatische Beschwerden
- Arthrose und Gichtknoten
- schmerzhafte, empfindliche Amputationsstümpfe
- Blutungen (unbedingt ärztlichen Rat einholen! - wie
z.B. Bluthusten, Blutharn, starke Regelblutung)
- Parodontose
Hinweis:
Eine innerliche Anwendung ist wegen einer eventuellen
krebserregenden und leberschädigenden Wirkung (aufgrund der
Pyrrolizidinalkaloide) gut abzuwägen.
Einige Möglichkeiten der Anwendung/Dosierung:
Zerkleinerte oder gemahlene Wurzeln und teilweise auch
Blattextrakte werden zu einem Breiumschlag oder auch in
Salben verwandt. Der Wurzelschleim gerinnt beim Abkochen.
Beinwell - Breiumschlag:
Soweit vorhanden frische Wurzel zerstampfen und auf ein
Tuch streichen. Ansonsten getrocknete pulverisierte Wurzel
als Pulver mit heißem Wasser verrühren, bis ein schleimiger,
fester Brei entsteht. Auf ein Tuch streichen und als
Breiumschlag über Nacht auf die betreffende Körperstelle
auflegen.
Beinwell - Umschläge:
100 g kleingeschnittene Wurzel (kann frisch oder
getrocknet sein) mit 1 Liter Wasser 10 Min kochen und
abseihen. Den Sud warm bis heiß für Umschläge oder als
Badezusatz verwenden.
Beinwell - Extrakt:
Fertig-Arznei aus der Apotheke bei Parodontose:
Direktes Massieren des Zahnfleisches mit Beinwell-Extrakt
oder 2 x täglich Spülen mit einem Eßlöffel warmem Wasser und
20 Tropfen Beinwell-Extrakt (auch in Kombination mit
Myrrhe-Extrakt oder Ringelblumen-Extrakt)
Beinwell - Salbe:
Hilfreich bei Wunden, Blutergüssen, Phantomschmerzen,
Unterschenkelgeschwür, Sehnenscheidenentzündung,
Kniegelenksbeschwerden
Historisches und Wissenswertes:
Die Wurzeln werden im Frühjahr oder evtl. auch noch im
Herbst ausgegraben. Sie können frisch verwendet oder an der
Sonne getrocknet werden. Der Allantoingehalt der Wurzel ist
in den Monaten Januar, Februar und März am höchsten und
nimmt dann kontinuierlich ab. Ab April ist es in den
Schösslingen, Blüten und Knospen nachweisbar.
Der lateinische Name leitet sich vom griechischen Wort
für "zusammenwachsen" = "symphyein" ab und zeigt die
Bedeutung der Pflanze für Knochenbrüche.
Der "kanadische Beinwell" oder Comfrey wird größer und
ist weniger borstig behaart. Comfrey ist eine wertvolle
Vieh-Futterpflanze, die bis zu sechsmal im Jahr nachwächst
und sehr eiweiß- und vitaminreich ist.
Die frischgeschabte Wurzel wurde als Pflaster bei Hieb-,
Stich- und Schnittwunden eingesetzt.
Besonders Hummeln lieben diese Pflanze und sind
maßgeblich an der Bestäubung beteiligt.
Früher wurde der Schleim aus den Wurzeln gekocht und zur
Geschmeidigmachung von Leder oder Kamelhaar etc. eingesetzt.
Botanische Beschreibung:
Familie: Rauhblattgewächse (Boraginaceae)
Bodenbeschaffenheit/Standort: Bachufer, Gräben, Waldränder
und feuchte Wiesen; von der Ebene bis in ca. 1.500 m Höhe,
beheimatet in Asien und Europa
Erscheinung: kräftige Staude, borstenartig behaart, wird 1
bis 1,5 Meter hoch
Blätter: lang (bis 25 cm), spitz zulaufend, Blattstiel ist
mit dem Stängel verwachen
Blüten: Blütezeit Mai - August, kronenförmig angeordnet und
verwachsen, rötlich/violett oder gelblich/weiß, nach unten
geneigt und zum Boden hin geöffnet
Wurzel: in Form einer Rübe, innen fleischig, lilienweiß,
außen schwarz, wenn sie im Boden durchtrennt wird, wächst
die Wurzel wieder zusammen.
Weitere interessante Seiten zu den hier beschriebenen
Krankheitsbildern:
Rheuma und
Rückenprobleme, Kneipp'sche
Wickel bei Verstauchungen, Heilpflanzen bei offenem
Unterschenkelgeschwür und schlecht heilenden Wunden: z.B.
Brennnessel,
Ringelblume,
Sauerstoffmehrschritttherapie nach Prof. Ardenne,
HOT-Therapie,
Ozontherapie,
Venenbeschwerden
Weiterführende Literatur: ):
In Zeitschrift der Naturarzt 6/2000: H. Pechatschek:
Beinwell - Das große Geschenk der Natur
Viel Wissenswertes zum Beinwell und zu anderen
Heilpflanzen ist zu lesen in: "Medizin der Erde" von Susanne
Fischer, Reihe "Irisiana" im Verlag Hugendubel, ISBN 3 88034
226 1
Bearbeitet von
Claudia
Bitte beachten Sie, dass auch pflanzliche Arzneimittel
nicht zum Dauergebrauch geeignet sind und befragen Sie bei
länger andauernden Beschwerden in jedem Fall Ihren
Arzt.
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