Wirkstoffe, die enthalten sein können:
Gentianin (Pseudoalkaloid), Gentisin (gelber Farbstoff),
Zucker , fettes Öl, glykosidische Bitterstoffe Amarogentin
und Gentiopikrin
Eventuelle Wirkungen:
- regt die Sektetion des Speichels und Magensaftes an
- Magentonus und Magenbeweglichkeit (Motilität) werden
gesteigert
- magenstärkend
- galletreibend
- gärungswidrig
- allgemeines Stärkungsmittel für den Körper (soll evtl.
Blutzusammensetzung verbessern und die Blutkörperchen im
richtigen Verhältnis vermehren)
- fördert die Verträglichkeit von schwer verdaulichen
Speisen
- förderliche Einflüsse auf das Immunsystem werden
vermutet und bereits erforscht
Heilanzeigen, von denen teilweise berichtet wurde:
- Sogenannter "schwacher Magen" (achylische und
atonische Magenzustände)
- Verdauungsstörungen, schlechte Verdauung
- kolikartige Magen- und Darmbeschwerden
- Appetitlosigkeit
Gegenanzeigen:
Vorsicht bei Reizmagen mit Übersäuerung
Einige Möglichkeiten der Anwendung/Dosierung:
als Tinctura Gentianae, 20 - 40 Trpf. in ½
Glas Wasser vor jeder Mahlzeit. (Schon Pfarrer Kneipp hat
dies bei träger Verdauung empfohlen)
Hinweis (ohne Gewähr):
Zitat aus "Kölbl's Kräuterfibel": "Die
Abkochung der Wurzel ist jedoch nur anzuwenden, wenn
aufgedunsenes Aussehen, ungesunde, bleiche Farbe und
wassersüchtige Ansammlungen vorliegen, wenn der Patient über
keinerlei Reaktionsvermögen mehr verfügt. Schädlich hingegen
ist Enzian bei stark geröteter Gesichtsfarbe, bei Neigung zu
Blutstauungen, Magen- und Nasenbluten. Auch bei Gicht und
gichtischen Magenbeschwerden darf Enzian nur bei sichtbarer
Erschlaffung und Versagen aller Reaktionsmittel verwendet
werden"...
Tipps zum Ausprobieren:
Aus einem alten Kräuterratgeber stammt folgender Tipp:
Enzianschnaps (der in jedem Fall verdünnt eingenommen werden
sollte) stillt angeblich den ärgsten Durchfall in kurzer
Zeit.
Enzianschnaps wird durch Destillation aus den vergorenen
Wurzeln gewonnen und enthält nicht mehr den typischen
Bitterstoff.
Enzian - Tinktur:
Enzianwurzel mit Honig und Branntwein angesetzt, ergibt
eine gute Tinktur, die 20 Tr. täglich von älteren,
nervenschwachen Personen eingenommen werden kann. Diese
Tinktur (1/2 TL auf ein halbes Glas Wasser) soll auch bei
Übelkeit, Ohnmacht und Magendrücken mit großer Schwäche
wirkungsvoll sein.
Enzian - Absud:
ca. 30 g kleingeschnittene Enzianwurzel mit 1/2 l
kochendem Wasser überbrühen und nach ca. 10 Min abseihen.
Diesen Absud je nach Befinden - aber mit Maß! - trinken,
wenn positive Einflüsse auf Blutkreislauf und Nervensystem
gefragt sind).
Historisches und Wissenswertes:
Den Namen hat der Enzian angeblich von einem Gotenfürsten
(Illyrerkönig Gentius - ca. 2. Jhd. v. Chr.) namens
Gentiana.
Die Pflanzen werden sehr alt und benötigen oftmals 10
Jahre, bis sie zum ersten Mal blühen. Die Wurzeln des Enzian
behalten ihre Heilkraft fünf Jahre lang.
Viele bekannte Magenbitter und Aperitifs enthalten
Enzianauszüge. Auch in Leber- und Gallepräparaten sowie
Abführmitteln sind oft Bestandteile des Enzian verarbeitet.
Botanische Beschreibung:
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Bodenbeschaffenheit/Standort: Weiden und Almen der Alpen
Erscheinung: stattliche unverzweigte Pflanze, 60 bis 100 cm
hoch
Blätter: eiförmig, fünfnervig, gegenständig
Blüten: gelb, als Kronenblüten angeordnet, Blütezeit Juni
bis August
Wurzel: geringelt und walzenförmig, dick und bis zu einem
Meter lang, Sammelzeit im Sommer
Bearbeitet von Andreas Jansen, Ergänzungen von
Claudia
Bitte beachten Sie, dass auch pflanzliche Arzneimittel
nicht zum Dauergebrauch geeignet sind und befragen Sie bei
länger andauernden Beschwerden in jedem Fall Ihren
Arzt.
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