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Faulbaum ( Frangula alnus - Mill.) - Faulbaumrinde (Frangulae cortex) - giftig!!

Bevor die Faulbaumrinde verwendet werden kann, muss sie mindestens ein Jahr gelagert werden (oder ggf. künstlich "gealtert" werden), da sie erst dann nicht mehr brecherregend sondern abführend wirkt.
Schon seit Jahrhunderten (erste Erwähnung 1305) ist die Pflanze als Abführmittel bekannt.

 

Wirkstoffe, die enthalten sein können:

Anthronderivate (brecherregend), Hydroxyanthrazenderivate, Glukofrangulin A u. B.(Glykoside), Aglykone, Gerbstoffe, Frangulanin und Franganin (Alkaloide), Chrysophansäure

Eventuelle Wirkungen:

  • Durch Reizung der Darmwand (Dickdarm) verminderte Flüssigkeitsaufnahme, dadurch bleibt der Stuhl weicher.
  • abführend 
  • keine Reizwirkung auf Magen-/Darmschleimhaut, da Wirkung nur im Dickdarm

Eventuell mögliche Heilanzeigen, von denen teilweise berichtet wird:

  • Verstopfung (Obstipation) Siehe hierzu auch unter: Verstopfung
  • alle Zustände, bei denen eine leichte Stuhlpassage notwendig ist. (Hämorrhoiden, Analfissuren, nach Darmoperationen) 
  • Dickdarmerschlaffung, 

Gegenanzeigen:

Darmverschluss (Ileus). Während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt.

Nebenwirkungen:

bei chronischem Missbrauch: Elektrolytverluste, insbes. Kalium, Verfärbung der Darmschleimhaut (Melanosis). Die Wirkung von Herzmedikamenten kann verstärkt werden. Bei Verwendung der frischen Droge können starkes Erbrechen oder Bauchkrämpfe erfolgen.

Einige Möglichkeiten der Anwendung/Dosierung:

Faulbaumrinde - Tee:

1 Tasse heißes Wasser auf 1/2 TL zerkleinerte Faulbaumrinde geben und nach 10-15 Min abgießen.

Faulbaumrinden - Auszug:

1/2 TL Droge mit 1 Tasse kaltem Wasser übergießen und nach 12 Stunden abseihen

Zu Abführ-Zwecken kann 1-2 mal täglich bis zu einer Tasse Tee getrunken werden (unbedingt erst mit löffelweiser Dosierung ausprobieren, da bei Überdosierung Kolikschmerzen auftreten können). Nach ca. 6-10 Stunden tritt die Wirkung ein. Die mild abführende Wirkung hält teilweise mehrere Tage an.

Warnhinweise:

Abführmittel aller Art sind niemals eine Dauermedikation!!  Besonders Faulbaum darf nur einige Tage ohne ärztlichen Rat eingenommen werden!!!

Giftig!!!!

Früchte und auch die anderen Pflanzenteile sind giftig. Besonders Kinder sind durch die schönen roten oder dunklen Früchte gefährdet. Erbrechen/Durchfall, Schwindel bis hin zu Koliken und Kollapszuständen sind Vergiftungsanzeichen.

Historisches und Wissenswertes:

Faulbaumauszüge sind oft in Leber- und Gallepräparaten enthalten.

In früheren Zeiten wurde das in Köhler-Meilern aschenarm verkohlte Holz des Faulbaums zur Schwarzpulverherstellung verwendet. Daher leitet sich auch der im Volksmund gebräuchliche Name "Pulver- oder Schießholz" ab.

Sowohl die Rinde als auch die Beeren dienten als Grundlage für Gelb-, Grün- und Brauntöne in der Farbenherstellung.

Namensherkunft: Frangula vom lateinischen frangere für "brechen" = zerbrechliches Holz

Botanische Beschreibung:

Familie: Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
Bodenbeschaffenheit/Standort: Asien und Europa, helle, feuchte Wälder und Moore, sandige torfige Böden
Erscheinung: Strauch (manchmal kleiner Baum)
Rinde: übersät mit querverlaufenden, grauen Korkwarzen, wird im Frühjahr bei "aufsteigendem Saft" geschält
Blätter: wechselständig, eiförmig bis rundlich
Blüten: zwittrig, Mai bis Juni
Früchte: grün, dann rot, dann schwarz (wenn reif), giftig!

Weitere interessante Seiten zu den hier beschriebenen Krankheitsbildern:

Bitte beachten Sie, dass auch pflanzliche Arzneimittel nicht zum Dauergebrauch geeignet sind und befragen Sie bei länger andauernden  Beschwerden in jedem Fall Ihren Arzt. 

Verstopfung (Obstipation)

Bearbeitet von Andreas Jansen, Ergänzungen von Claudia

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