Wirkstoffe, die enthalten sein können:
Anthronderivate (brecherregend),
Hydroxyanthrazenderivate, Glukofrangulin A u. B.(Glykoside),
Aglykone, Gerbstoffe, Frangulanin und Franganin (Alkaloide),
Chrysophansäure
Eventuelle Wirkungen:
- Durch Reizung der Darmwand (Dickdarm) verminderte
Flüssigkeitsaufnahme, dadurch bleibt der Stuhl weicher.
- abführend
- keine Reizwirkung auf Magen-/Darmschleimhaut, da
Wirkung nur im Dickdarm
Eventuell mögliche Heilanzeigen, von denen teilweise
berichtet wird:
- Verstopfung (Obstipation) Siehe hierzu auch unter:
Verstopfung
- alle Zustände, bei denen eine leichte Stuhlpassage
notwendig ist. (Hämorrhoiden, Analfissuren, nach
Darmoperationen)
- Dickdarmerschlaffung,
Gegenanzeigen:
Darmverschluss (Ileus). Während der Schwangerschaft und
Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt.
Nebenwirkungen:
bei chronischem Missbrauch: Elektrolytverluste, insbes.
Kalium, Verfärbung der Darmschleimhaut (Melanosis). Die
Wirkung von Herzmedikamenten kann verstärkt werden. Bei
Verwendung der frischen Droge können starkes Erbrechen oder
Bauchkrämpfe erfolgen.
Einige Möglichkeiten der Anwendung/Dosierung:
Faulbaumrinde - Tee:
1 Tasse heißes Wasser auf 1/2 TL zerkleinerte
Faulbaumrinde geben und nach 10-15 Min abgießen.
Faulbaumrinden - Auszug:
1/2 TL Droge mit 1 Tasse kaltem Wasser übergießen und
nach 12 Stunden abseihen
Zu Abführ-Zwecken kann 1-2 mal täglich bis zu einer Tasse
Tee getrunken werden (unbedingt erst mit löffelweiser
Dosierung ausprobieren, da bei Überdosierung Kolikschmerzen
auftreten können). Nach ca. 6-10 Stunden tritt die Wirkung
ein. Die mild abführende Wirkung hält teilweise mehrere Tage
an.
Warnhinweise:
Abführmittel aller Art sind niemals eine
Dauermedikation!! Besonders Faulbaum darf nur einige
Tage ohne ärztlichen Rat eingenommen werden!!!
Giftig!!!!
Früchte und auch die anderen Pflanzenteile sind giftig.
Besonders Kinder sind durch die schönen roten oder dunklen
Früchte gefährdet. Erbrechen/Durchfall, Schwindel bis hin zu
Koliken und Kollapszuständen sind Vergiftungsanzeichen.
Historisches und Wissenswertes:
Faulbaumauszüge sind oft in Leber- und Gallepräparaten
enthalten.
In früheren Zeiten wurde das in Köhler-Meilern aschenarm
verkohlte Holz des Faulbaums zur Schwarzpulverherstellung
verwendet. Daher leitet sich auch der im Volksmund
gebräuchliche Name "Pulver- oder Schießholz" ab.
Sowohl die Rinde als auch die Beeren dienten als
Grundlage für Gelb-, Grün- und Brauntöne in der
Farbenherstellung.
Namensherkunft: Frangula vom lateinischen frangere für
"brechen" = zerbrechliches Holz
Botanische Beschreibung:
Familie: Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
Bodenbeschaffenheit/Standort: Asien und Europa, helle,
feuchte Wälder und Moore, sandige torfige Böden
Erscheinung: Strauch (manchmal kleiner Baum)
Rinde: übersät mit querverlaufenden, grauen Korkwarzen, wird
im Frühjahr bei "aufsteigendem Saft" geschält
Blätter: wechselständig, eiförmig bis rundlich
Blüten: zwittrig, Mai bis Juni
Früchte: grün, dann rot, dann schwarz (wenn reif), giftig!
Weitere interessante Seiten zu den hier beschriebenen
Krankheitsbildern:
Bitte beachten Sie, dass auch pflanzliche Arzneimittel
nicht zum Dauergebrauch geeignet sind und befragen Sie bei
länger andauernden Beschwerden in jedem Fall Ihren
Arzt.
Verstopfung
(Obstipation)
Bearbeitet von Andreas Jansen, Ergänzungen von
Claudia
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