| Man fühlt sich kräftiger und ruhiger und
kommt besser mit belastenden Situationen zurecht.
Johanniskraut gehört zu den am häufigsten verordneten
pflanzlichen Psychopharmaka. Bei Patienten mit leichten bis
mittelstarken Depressionen ist die Wirkung ausreichend
belegt, so dass es eine echte Alternative zu den chemischen
Mitteln ist.
Wirkstoffe, die enthalten sein können:
Hyperforin (derzeit wird Hyperforin als der wichtigste
Inhaltsstoff angesehen), Hypericin (steigert die
Lichtutilisation, deshalb günstig bei der Winterdepression;
Hemmung der Monoaminooxidase A und B), Pseudohypericin und
Protohypericin u.a. Unklar ist auch, ob ein einzelner Stoff
oder die Gesamtheit aller Wirkstoffe zu den erwünschten
Arzneiwirkungen führen. Desweiteren noch Flavonoide,
Gerbstoffe und ätherisches Öl.
Wirkungsmechanismus:
Wahrscheinlich: Hemmung der präsynaptischen Dopamin,
Noradrenalin- und Serotonin - Wiederaufnahme.
Eventuelle Wirkungen:
- mild bis mittelstark antidepressiv (innerliche
Anwendung)
- entzündungshemmend (äußerliche Anwendung)
- aus homöopathischer Sicht auch ein hervorragendes
Mittel gegen Nervenschmerzen
Eventuell mögliche Heilanzeigen, über die teilweise
berichtet wird:
- psychovegetative Störungen
- depressive Verstimmungszustände
- Angst oder nervöse Unruhezustände
- Wechseljahrsbeschwerden
- rheumatische Schmerzen, Verstauchungen, Verletzungen
(äußerliche Anwendung)
- Hauterkrankungen, trockene spröde Haut (äußerliche
Anwendung)
Gegenanzeigen:
In der Regel keine bekannt (bestenfalls bei sehr großer
Lichtempfindlichkeit, tritt aber sehr selten auf).
Eine Wirksamkeit ist bei Patienten mit schweren,
therapieresistenten Depressionen oder bei Depressionen mit
wahnhafter Symptomatik nicht belegt.
Wichtiger Hinweis!
Patienten, die z.B. Herzmedikamente, Medikamente zur
Blutverdünnung, Präparate bei HIV-Infektionen oder nach
Organtransplantationen, aber auch chemische Antidepressiva
einnehmen müssen, sollten Johanniskraut ausdrücklich nur
nach ärztlicher Rücksprache anwenden, da die Wirksamkeit der
synthetischen Medikamente durch Johanniskraut - Präparate
teilweise ganz erheblich herabgesetzt wird und die
notwendige Wirkung der ärztlich verordneten Medikamente
nicht mehr eintritt.
Auch bei Personen mit Leberschäden sollte die Dosierung von
Johanniskraut ärztlich abgeklärt werden, da die geschädigte
Leber die enthaltenen Substanzen anders verstoffwechselt wie
eine gesunde Leber.
Nebenwirkungen:
Sonnenempfindliche, hellhäutige Personen sollten während
der Einnahme starke Sonnenbestrahlung meiden bzw. einen
Sonnenschutz auftragen. Johanniskraut kann die
Empfindlichkeit der Haut auf Sonne erhöhen.
Die Reaktionsfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit werden
nicht beeinflusst (ein ganz entscheidender Vorteil gegenüber
den chemischen Präparaten!).
Johanniskraut ist sehr gut verträglich und führt zu
keiner Abhängigkeit.
Einige Möglichkeiten der Anwendung/Dosierung:
Der seelisch ausgleichende Effekt tritt frühestens nach
10 bis 14 Tagen ein. Die volle Wirkung wird erst nach 4 bis
6 Wochen regelmäßiger Einnahme erreicht.
äußerlich:
mit Johanniskrautöl (ölige Hypericinzubereitung) die
schmerzenden Stellen einreiben oder als Ölkompresse auflegen
(z.B. bei rheumatischen Schmerzen, oder als Wundheilmittel
und zur Behandlung von Hautkrankheiten)
innerlich:
z.B. als Fertigpräparat z. B. 3 x 300 mg (später auch z.
B. 1 x 425 mg) zu den Mahlzeiten. Greifen Sie bitte nur zu
Präparaten aus der Apotheke mit einem standardisierten
Wirkstoffgehalt. Freiverkäufliche Präparate aus Supermärkten
sind keine Medikamente sondern unterliegen den Bestimmungen
für "Nahrungs-Ergänzungsmittel" und müssen somit keinen
bestimmten Wirkstoffgehalt aufweisen.
Johanniskraut - Tee:
1-2 TL Droge mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen
und nach 10 Min abseihen. Morgens und Abends während 4-6
Wochen 1-2 Tassen trinken.
Homöopathie:
Nervenschmerzen nach Verletzungen sprechen oft sehr gut
auf Johanniskraut an.
Studienergebnisse:
Die gute Wirksamkeit von Johanniskraut ist auch
schulmedizinisch anerkannt!
In Vergleichsstudien (doppelblind, plazebokontrolliert)
wurde eine gleich gute Wirksamkeit wie von synthetischen
Medikamenten festgestellt. Ansprechrate ca. 70 bis 80 %.
Wirkungseintritt nach ca. 2 Wochen. Der Tiefschlafanteil
nimmt zu, der REM-Schlaf bleibt unverändert (Nervenarzt 65,
Heft 12)
Hilfe aus der Natur bei leichten Depressionen:
Johanniskraut!
Erneut bestätigen Wissenschaftler, dass Johanniskraut bei
leichten depressiven Verstimmungszuständen gute Ergebnisse
erzielt. Hervorzuheben ist dabei der sichere und
verträgliche Aspekt der Präparate bei geringen Kosten.
(Med. Tribune 35. JG, Nr. 23 bk)
Historisches und Wissenswertes:
Zum Zeitpunkt der Sommersonnwende (24. Juni) ist das
Johanniskraut voll erblüht. Der Name leitet sich vom
Namenspatron des 24. Juni, Johannes dem Täufer, ab.
Wenn die Blüten zerdrückt werden, so tritt ein kräftig
rot gefärbter Saft aus, der im Volksglauben mit dem Blut
Christi in Verbindung gebracht wurde. Und so hilft dieser
Saft bei äußerlicher Anwendung auch tatsächlich bei
Hautwunden.
Ein landläufiger Name des Johanniskrauts lautet
"Wundblume oder Hexenkraut", da das Kraut in der
Volksmedizin als Heil- und Zaubermittel geschätzt war.
Botanische Beschreibung:
Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Bodenbeschaffenheit/Standort: magere Untergründe, Kies- und
Sandböden, Wegränder, Gebüsche, Asien und Europa
Erscheinung: Staude bis ca. 60 cm Höhe
Blätter: klein, eiförmig bis länglich,
Blüten: leuchtend gelbe, fünfstrahlige Blütensterne, rote
Staubgefäßbündel
Weitere interessante Seiten zu den hier beschriebenen
Krankheitsbildern:
Bitte beachten Sie, dass auch pflanzliche Arzneimittel
nicht zum Dauergebrauch geeignet sind und Nebenwirkungen
haben können und befragen Sie bei länger andauernden
Beschwerden in jedem Fall Ihren Arzt.
Arthrose 1 und
2, Depressionen,
Nervosität,
Migränebehandlung,
Menstruationsbeschwerden und
PMS,
Ausleitende Verfahren
über die Niere, Senioren
Quelle: Biocur; Ergänzungen von Andreas Jansen und
Claudia
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