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Löwenzahn (Taraxacum officinale)

..die erste richtige Ankün-
digung des Frühlings sind die leuchtend gelben Löwenzahnfelder, die uns im April überall begegnen.


Wirkstoffe, die enthalten sein können:

Bitterstoffe (Lactucopicrin, Triterpenodide, Phytosterine), Mineralsalze (z.B. Kalium, Kieselsäure, Kalzium, Natrium, Schwefel), Inulin, Cholin, Vitamin C, wachsähnliches Taraxarin

Eventuelle Wirkungen:

  • galletreibend - regt die Gallenwege an (choleretisch und cholagog)
  • harntreibend und entwässernd (diuretisch) (– man sieht es an der Harntrübung) 
  • reinigt Leber und Niere
  • blutreinigend und schleimlösend
  • appetitanregend
  • leicht abführend (durch das Cholin)
  • wirkt der Leberverfettung entgegen

Eventuell mögliche Heilanzeigen, von denen teilweise berichtet wird:

  • Störungen des Gallenflusses
  • entwässernd - Anregung der Harnausscheidung
  • zur Entschlackung (durch Anregung der Nierentätigkeit)
  • Appetitlosigkeit
  • Bittermittel bei Magen- und Darmbeschwerden
  • bei zu wenig Magensäure
  • Gallen- und Leberstörungen (auch Hepatitis und Gallensteine)
  • Hämorrhoiden, Verstopfung, Darmträgheit
  • arthritische Gelenkerkrankungen (z.B. Abnutzung der Kniegelenke oder Bandscheiben) und rheumatische Beschwerden
  • Hauterkrankungen, Ekzeme, Krampfadern

Gegenanzeigen:

Verschluss der Gallenwege (Cholestase), eitrige Gallenblasenentzündung (Empyem), Darmverschluss (Ileus).

Nebenwirkungen:

Übersäuerung des Magens möglich.

Hinweis:

Für Kinder ist der weiße Saft der Stängel giftig; es können neben Erbrechen und Durchfall sogar Herzbeschwerden auftreten.

Einige Möglichkeiten der Anwendung/Dosierung:

Löwenzahntee am Besten immer ungesüßt "genießen", da sich sonst die Wirkung der Bitterstoffe abschwächt.

Löwenzahn - Abkochung:

250 ml kaltes Wasser und 4 TL Löwenzahn (am besten Blätter, Blüten und Wurzeln) kalt ansetzen und zum Kochen erhitzen; nach 15 Min abseihen und 2 x täglich 1 Tasse trinken.

Löwenzahn - Auszug:

2 Gläser Wasser mit 2 TL frischem Löwenzahnkraut und zerkleinerten Wurzeln kalt für 8 Stunden ansetzen und über den Tag verteilt trinken.

Tipps zum Ausprobieren:

Wurzelabkochung:

Eine Tasse Wasser und 2 TL gehackte Wurzel aufkochen und als Tee vier bis sechs Wochen lang kurmäßig trinken.
Nicht ganz so stark ist die Wirkung, wenn Blätter, Blüten und Wurzeln (Radix Taraxaci cum Herba) gemischt (2 TL pro Tasse) mit kochendem Wasser übergossen und nach 10 Min durchgeseiht werden; hiervon täglich drei Tassen für vier bis sechs Wochen. Danach mindestens einen Monat pausieren.

Löwenzahn - Kur-Tee:

Rp.
Folium Betulae (Birkenblatt)
Herba Urticae (Brennesselkraut)
Herba Taraxaci (Löwenzahnkraut)
Herba Equiseti (Zinnkraut)
Aa ad 50 oder 100 g

Gebrauchsanleitung: 1 gehäuften Esslöffel voll mit gut ¼ Liter Wasser überbrühen, 1 bis 2 Mal aufkochen lassen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und täglich 2 Tassen kurmäßig durch 14 Tage mit Süßstoff gesüßt trinken.

Als Salat:

Bitte nur die jungen, frischen Blätter verwenden und ähnlich anmachen wie z.B. Kerbel oder Gartenkresse - auch eine Kombination der drei Kräuter schmeckt gut; wenn man selbst Löwenzahn im Garten hat, kann man die Pflanzen etwas lichtdicht abdecken, dann schmecken die Löwenzahnblätter wie Chicorée
...oder versuchen Sie doch einfach mal unser Rezept für Brennnessel- Kräutersuppe, Knusprige Löwenzahnblätter oder Löwenzahngelee. Selbst die Wurzeln lassen sich zubereiten wie Schwarzwurzeln oder Spargel.

Als Frühjahrskur

...können Sie auch für den Zeitraum von vier Wochen täglich zwei bis drei Eßlöffel Löwenzahn (ggf. in Kombination mit Brennnessel - Press-Saft) einnehmen.
Gerade bei Patienten mit Gelenkserkrankungen ist eine Frühjahrskur mit Löwenzahn - Tee oder Löwenzahn - Presssaft (der auch noch die Inhaltsstoffe der Wurzel enthält) zur Vorbeugung und Entschlackung empfehlenswert.

Löwenzahn - Presssaft regt auch die Ausleitung im Rahmen einer Abnehm- oder Fastenkur wirkungsvoll an.

Historisches und Wissenswertes:

Der deutsche Name leitet sich von den stark gezahnten Blättern des Löwenzahn ab.

Löwenzahn ist als Diät- und Heilpflanze für Diabetiker (durch den hohen Inulingehalt, der für den Kohlehydratstoffwechsel günstig ist; zudem regt Löwenzahn die Bauchspeicheldrüse an), gut geeignet. Ganz besonders im Herbst ist die Pfahlwurzel als Gemüse zubereitet durch die hohe Inulinkonzentration geeignet.

Interessanterweise finden alle Bestandteile des Löwenzahn Verwendung: so enthalten Kräuterliköre teilweise Löwenzahn - Blüten oder die Pfahlwurzeln werden in geröstetem Zustand als Kaffee-Ersatz aufgebrüht. Selbst in der Küche wird Löwenzahn in Suppen, Salaten oder Knödeln als Wildgemüse zubereitet.

Nicht zu vergessen ist die Bedeutung des Löwenzahn als Bienenweide nach dem langen, kargen Winter.

Früher betupfte man Warzen mit dem milchig-weiße Saft des Löwenzahn. 

Botanische Beschreibung:

Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Bodenbeschaffenheit/Standort: sehr anspruchslos, weltweit verbreitet, humusreiche, tiefgründige Böden vom Tiefland bis in die Alpenregionen
Erscheinung: 10 bis 30 cm hoch
Blätter: je nach Standort fast gar nicht bis stark gezahnt, körbchenartig in grundständiger Rosette angeordnet, im Frühjahr sehr Vitamin-C-reich, Sammelzeit April und Mai
Blüten: sonnengelb, Körbchenblüte, öffnet sich je nach Wetter und Tageszeit, Blütezeit von April bis in den Herbst hinein, reift aus zur samenhaltigen "Pusteblume", Blüten zu Heilzwecken im Frühjahr sammeln.
Stängel: röhrig, hohl, blattlos
Wurzel: Pfahlwurzel, Sammelzeit Frühjahr und Herbst (im Herbst zuckerreich und 20-40 x soviel Inulingehalt wie im Frühling; im Frühjahr sehr reich an Bitterstoffen, Salzen, Wachs und Eiweiß)

 

Weitere interessante Seiten zu den hier beschriebenen Krankheitsbildern:

Ausleitende Verfahren, Ausleitung über die Leber, Zink, Arthrose 1 und 2,  Diabetes, Verstopfung, Kochrezept Kräutersuppe, Kochrezept Brennnesselsuppe

Bitte beachten Sie, dass auch pflanzliche Arzneimittel in der Regel nicht zum Dauergebrauch geeignet sind und auch Nebenwirkungen haben können - und befragen Sie bei länger andauernden  Beschwerden in jedem Fall Ihren Arzt oder Heilpraktiker.

von Andreas Jansen, ergänzt  von Claudia

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