Wirkstoffe, die enthalten sein können:
Bitterstoffe (Lactucopicrin, Triterpenodide,
Phytosterine), Mineralsalze (z.B. Kalium, Kieselsäure,
Kalzium, Natrium, Schwefel), Inulin, Cholin,
Vitamin C, wachsähnliches
Taraxarin
Eventuelle Wirkungen:
- galletreibend - regt die Gallenwege an (choleretisch
und cholagog)
- harntreibend und entwässernd (diuretisch) (– man sieht
es an der Harntrübung)
- reinigt Leber und Niere
- blutreinigend und schleimlösend
- appetitanregend
- leicht abführend (durch das Cholin)
- wirkt der Leberverfettung entgegen
Eventuell mögliche Heilanzeigen, von denen teilweise
berichtet wird:
- Störungen des Gallenflusses
- entwässernd - Anregung der Harnausscheidung
- zur Entschlackung (durch Anregung der Nierentätigkeit)
- Appetitlosigkeit
- Bittermittel bei Magen- und Darmbeschwerden
- bei zu wenig Magensäure
- Gallen- und Leberstörungen (auch Hepatitis und
Gallensteine)
- Hämorrhoiden, Verstopfung, Darmträgheit
- arthritische Gelenkerkrankungen (z.B. Abnutzung der
Kniegelenke oder Bandscheiben) und rheumatische
Beschwerden
- Hauterkrankungen, Ekzeme, Krampfadern
Gegenanzeigen:
Verschluss der Gallenwege (Cholestase), eitrige
Gallenblasenentzündung (Empyem), Darmverschluss (Ileus).
Nebenwirkungen:
Übersäuerung des Magens möglich.
Hinweis:
Für Kinder ist der weiße Saft der Stängel giftig; es
können neben Erbrechen und Durchfall sogar Herzbeschwerden
auftreten.
Einige Möglichkeiten der Anwendung/Dosierung:
Löwenzahntee am Besten immer ungesüßt "genießen", da sich
sonst die Wirkung der Bitterstoffe abschwächt.
Löwenzahn - Abkochung:
250 ml kaltes Wasser und 4 TL Löwenzahn (am besten
Blätter, Blüten und Wurzeln) kalt ansetzen und zum Kochen
erhitzen; nach 15 Min abseihen und 2 x täglich 1 Tasse
trinken.
Löwenzahn - Auszug:
2 Gläser Wasser mit 2 TL frischem Löwenzahnkraut und
zerkleinerten Wurzeln kalt für 8 Stunden ansetzen und über
den Tag verteilt trinken.
Tipps zum Ausprobieren:
Wurzelabkochung:
Eine Tasse Wasser und 2 TL gehackte Wurzel aufkochen und
als Tee vier bis sechs Wochen lang kurmäßig trinken.
Nicht ganz so stark ist die Wirkung, wenn Blätter, Blüten
und Wurzeln (Radix Taraxaci cum Herba) gemischt (2 TL pro
Tasse) mit kochendem Wasser übergossen und nach 10 Min
durchgeseiht werden; hiervon täglich drei Tassen für vier
bis sechs Wochen. Danach mindestens einen Monat pausieren.
Löwenzahn - Kur-Tee:
Rp.
Folium Betulae (Birkenblatt)
Herba Urticae (Brennesselkraut)
Herba Taraxaci (Löwenzahnkraut)
Herba Equiseti (Zinnkraut)
Aa ad 50 oder 100 g
Gebrauchsanleitung: 1 gehäuften Esslöffel voll mit gut ¼
Liter Wasser überbrühen, 1 bis 2 Mal aufkochen lassen, 10
Minuten ziehen lassen, abseihen und täglich 2 Tassen
kurmäßig durch 14 Tage mit Süßstoff gesüßt trinken.
Als Salat:
Bitte nur die jungen, frischen Blätter verwenden und
ähnlich anmachen wie z.B. Kerbel oder Gartenkresse - auch
eine Kombination der drei Kräuter schmeckt gut; wenn man
selbst Löwenzahn im Garten hat, kann man die Pflanzen etwas
lichtdicht abdecken, dann schmecken die Löwenzahnblätter wie
Chicorée
...oder versuchen Sie doch einfach mal unser Rezept für
Brennnessel- Kräutersuppe,
Knusprige
Löwenzahnblätter oder
Löwenzahngelee.
Selbst die Wurzeln lassen sich zubereiten wie Schwarzwurzeln
oder Spargel.
Als Frühjahrskur
...können Sie auch für den Zeitraum von vier Wochen
täglich zwei bis drei Eßlöffel Löwenzahn (ggf. in
Kombination mit Brennnessel -
Press-Saft) einnehmen.
Gerade bei Patienten mit Gelenkserkrankungen ist eine
Frühjahrskur mit Löwenzahn - Tee oder Löwenzahn - Presssaft
(der auch noch die Inhaltsstoffe der Wurzel enthält) zur
Vorbeugung und Entschlackung empfehlenswert.
Löwenzahn - Presssaft regt auch die Ausleitung im Rahmen
einer Abnehm- oder Fastenkur wirkungsvoll an.
Historisches und Wissenswertes:
Der deutsche Name leitet sich von den stark gezahnten
Blättern des Löwenzahn ab.
Löwenzahn ist als Diät- und Heilpflanze für Diabetiker
(durch den hohen Inulingehalt, der für den
Kohlehydratstoffwechsel günstig ist; zudem regt Löwenzahn
die Bauchspeicheldrüse an), gut geeignet. Ganz besonders im
Herbst ist die Pfahlwurzel als Gemüse zubereitet durch die
hohe Inulinkonzentration geeignet.
Interessanterweise finden alle Bestandteile des Löwenzahn
Verwendung: so enthalten Kräuterliköre teilweise Löwenzahn -
Blüten oder die Pfahlwurzeln werden in geröstetem Zustand
als Kaffee-Ersatz aufgebrüht. Selbst in der Küche wird
Löwenzahn in Suppen, Salaten oder Knödeln als Wildgemüse
zubereitet.
Nicht zu vergessen ist die Bedeutung des Löwenzahn als
Bienenweide nach dem langen, kargen Winter.
Früher betupfte man Warzen mit dem milchig-weiße Saft des
Löwenzahn.
Botanische Beschreibung:
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Bodenbeschaffenheit/Standort: sehr anspruchslos, weltweit
verbreitet, humusreiche, tiefgründige Böden vom Tiefland bis
in die Alpenregionen
Erscheinung: 10 bis 30 cm hoch
Blätter: je nach Standort fast gar nicht bis stark gezahnt,
körbchenartig in grundständiger Rosette angeordnet, im
Frühjahr sehr Vitamin-C-reich, Sammelzeit April und Mai
Blüten: sonnengelb, Körbchenblüte, öffnet sich je nach
Wetter und Tageszeit, Blütezeit von April bis in den Herbst
hinein, reift aus zur samenhaltigen "Pusteblume", Blüten zu
Heilzwecken im Frühjahr sammeln.
Stängel: röhrig, hohl, blattlos
Wurzel: Pfahlwurzel, Sammelzeit Frühjahr und Herbst (im
Herbst zuckerreich und 20-40 x soviel Inulingehalt wie im
Frühling; im Frühjahr sehr reich an Bitterstoffen, Salzen,
Wachs und Eiweiß)
Weitere interessante Seiten zu den hier beschriebenen
Krankheitsbildern:
Ausleitende
Verfahren,
Ausleitung über die Leber,
Zink, Arthrose 1
und 2,
Diabetes,
Verstopfung,
Kochrezept Kräutersuppe,
Kochrezept Brennnesselsuppe
Bitte beachten Sie, dass auch pflanzliche Arzneimittel
in der Regel nicht zum Dauergebrauch geeignet sind und auch
Nebenwirkungen haben können - und befragen Sie bei länger
andauernden Beschwerden in jedem Fall Ihren Arzt oder
Heilpraktiker.
von Andreas Jansen, ergänzt von
Claudia
zum Seitenanfang |