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Rizinus (Ricinus communis L.)   -   giftig!

...auch Wunderbaum genannt. Kaum eine andere Pflanze erreicht ein so "wundersames" Wachstum von 2 Metern in einem halben Jahr...

...zählt zu den ältesten Heilpflanzen überhaupt und ist in unseren Gärten und Parkanlagen sehr oft als Zierpflanze zu sehen!

 

Wirkstoffe, die enthalten sein können:

Samen:

Ricin (sehr giftiger Eiweißstoff), Ricinin (Alkaloid), Bitterstoff

Öl:

enhält bis zu 90 % Glyceride der Ricinolsäure

Eventuelle Wirkungen:

  • zuverlässig abführend ohne dabei die Darm- und Magenschleimhaut zu reizen
  • Wirkung nur im Dünndarm (wird in Glycerin und Ricinolsäure aufgespalten und regt die Darmbewegung an; zudem machen die nicht emulgierten Bestandteile des Öls die Darmwand gleitfähiger und unterstützten so die Entleerung)
  • schnelle Darmentleerung

Eventuell mögliche Heilanzeigen, von denen teilweise berichtet wird:

  • Verstopfung (Obstipation)
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Magen- und Darmkatarrh)
  • Entleeren des Darminhaltes bei Wurmkuren
  • in Einzelfällen Darmentleerung bei Schwangerschaften vor der Entbindung mit sogenannten "Wehencocktails", die Rizinusöl enthalten (ausdrücklich nur in Absprache mit Arzt oder Hebamme!!!!)

Gegenanzeigen:

Bei chronischer Verstopfung nicht anwenden (da das Rizinusöl die Verdauungsvorgänge bereits im Dünndarm beeinflusst, ist es bei chronischer Verstopfung nicht angezeigt)! Auch unklare Bauchschmerzen und Darmverschluss kontraindizieren die Anwendung.

In allen Anwendungsfällen nur für einen ganz kurzen Zeitraum und nicht zu häufig anwenden, da ansonsten ein zu großer Wasserverlust und Mineralverlust - ganz besonders von Kalium - nicht auszuschließen ist.

Nebenwirkungen:

Magenreizungen (in seltenen Fällen - dieses wird in der Größenordnung von 2 Prozent aller Teilnehmer liegen - zeigt sich nach der Einnahme von Rizinusöl eine Unverträglichkeit, die sich durch Unwohlsein - im Extremfall hat man sich zu übergeben - erweist. ), in Einzelfällen auch allergische Hautausschläge. Ansonsten sind bei therapeutischer Dosierung keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Einige Möglichkeiten der Anwendung/Dosierung:

Rizinusöl (Ricini oleum raffinatum):

1-2 EL erwärmtes Rizinusöl (durch die Erwärmung wird es dünnflüssiger und lässt sich leichter schlucken) bei Verstopfung auf nüchternen Magen eingenommen,  bewirkt nach ca. 8-10 Stunden eine problemlose, ziemlich schmerzfreie, gründliche Stuhlentleerung. Dabei wird der Patient nicht geschwächt. Die Wirkung kann aber auch bereits nach 2 Stunden eintreten. Kinder nehmen evtl. ca. 1/2 TL (oder ggf. etwas mehr) - Dosis und Einnahme ärztlich abklären.
Ggf. wegen des üblen Geschmacks etwas Zitronensaft beifügen (dann kalt einnehmen) oder mit schwarzem Kaffee einnehmen; auch die Zugabe von Pfefferminzöl ist denkbar. Manche Anwender berichten auch von einer Einnahme in Bier oder Cognac.

Es sind darüber hinaus Fertigprodukte in Kapselform erhältlich.

Hinweise:

Der Geschmack ist unangenehm und "brecherregend".

Rizinusöl wirkt nur bei Personen, bei denen die Fettverdauung in Ordnung ist, da das Öl - wie alle anderen Fette und Öle auch - unter Einwirkung von Galle und Pankreassaft emulgiert und "verseift" wird.

Vorsicht: Giftig!!!

Das in den Samen enthaltene Gift Ricin (lässt das Blut gerinnen) kann bereits beim Genuss von 3-10 Samenkörnern tödlich sein (Bei Kindern bereits ein Samenkorn!). Die Vergiftungserscheinungen treten stark verzögert (oft erst Stunden oder mehrere Tage nach der Vergiftung) auf.

Bei fachkundiger Pressung gelangt das Gift Ricin, das nicht öl-löslich ist, nicht in das Rizinusöl. Deshalb in jedem Fall auf standardisierte Produkte aus der Apotheke zurückgreifen.

In manchen Ländern (z.B. Afrika, Indien) werden die wohlgeformten, hübschen Samen zu Ketten verarbeitet. Bitte unbedingt darauf achten, dass diese Ketten nicht in den Mund gelangen oder von Kindern zerkaut werden. Wenn der Inhalt der Samenkörner in die Augen gelangt, kann es zu einer Bindehautentzündung kommen.

Von dem Hinweis, Rizinusöl bei Nahrungsmittel-Vergiftungen anzuwenden, ist man etwas abgekommen, da die Aufnahme des jeweiligen Giftes in den Körper dadurch anscheinend sogar noch beschleunigt werden kann.

Historisches und Wissenswertes:

Bereits 4.000 Jahre vor Chr. fand das Rizinusöl bei den alten Ägyptern Anwendung, wie sich aus Grabbeigaben ableiten lässt. Aber auch in Indien und China wurde die Heilwirkung schon seit altersher geschätzt.

Bei uns in Europa wurde Rizinus erst Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt.

Ein weiterer Einsatzbereich von Rizinusöl ist seine Funktion als Brennöl oder als hochwertiges technisches Öl, das z.B. für die Schmierung von Flugzeugtriebwerken und anderen Verbrennungsmaschinen eingesetzt wird.

Auch zu kosmetischen Produkten wird Rizinusöl verarbeitet - so z.B. in Haaröl, Wimpernpflegemitteln oder "Haarbrillantine".

In manchen Ländern werden die frischen Blätter als Milchbildungskraut bei stillenden Müttern verwendet.

Als homöopathische Potenzierung findet Rizinus Anwendung bei z.B. Gallensteinleiden oder Durchfall

Botanische Beschreibung:

Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Bodenbeschaffenheit/Standort: Vermutlich war die Pflanze ursprünglich in Afrika beheimatet, wo sich noch Wildformen finden. Heute wird sie weltweit kultiviert.
Erscheinung: in den Tropen mehrjährig mit dicken, verholzten Stämmen bis zu 12 Meter Höhe
in Südeuropa bis zu dreijähriger Strauch, im Mitteleuropa einjähriges Kraut bis zu 2 Meter Höhe
Blätter: langgestielt, handförmig geteilt, wechselständig, grünlich bis rötlich
Blüten: in Mitteleuropa Blütezeit im Monat August, endständige Blüten, Rispenblüten (männliche und weibliche auf einer Rispe, klein, blaßgelb von August bis Oktober
Stängel: hohl, glänzend, grün oder rot
Samen: die reifen Samen befinden sich in stacheligen roten Kapseln. Zur Ölgewinnung werden die Samen gepresst. Die Samen sind bohnenförmig-oval, 1-2 cm groß und dunkelbraun marmoriert

Weitere interessante Seiten zu den hier beschriebenen Krankheitsbildern:

Verstopfung (Obstipation)

Bitte beachten Sie, dass auch pflanzliche Arzneimittel in der Regel nicht zum Dauergebrauch geeignet sind und befragen Sie bei länger andauernden  Beschwerden in jedem Fall Ihren Arzt oder Heilpraktiker.

Bearbeitet von Claudia

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Zum Thema Rizinus übersandte ein Leser folgende Zuschrift, die ich - ohne Gewähr für Wirksamkeit und Richtigkeit und ohne Prüfung des Sachverhalts - in weitgehend unveränderter Form wiedergeben möchte. Wir bedanken uns recht herzlich für Zuschriften engagierter Leser, die unser Informationsangebot bereichern:

Herr Georg Schwach schrieb folgendes: 
Gestatten Sie, dass ich zu Ihrem Beitrag verschiedene kleinere Ergänzungen notiere, nachdem es mir vergönnt war, auch andere Webseiten teilweise deutlich zu korrigieren: (http://www.aida-selbsthilfe.de/Medikamente/MedikamenteAbfuehrmittel.htm
http://www.aida-selbsthilfe.de/Medikamente/MedikamenteAbfuerRizinus.htm
Inzwischen bin ich hier etwas weitergekommen, nachdem ich vergangenen Herbst in einem Antiquariat zufällig ein Fachbuch über Biochemie gefunden habe: 
Buddecke, Eckhart: Grundriss der Biochemie. – 2. Auflage; Berlin: Walter de Gruyter, 1971.
Hierin ist u. a. ausführlich dargestellt, dass in der Leber Medikamente, Gifte und Schwermetalle gespeichert sind, die zwar über die Gallenflüssigkeit in den Darm ausgeschieden werden, jedoch im Dünndarm nach der erneuten Aufnahme wieder in der Leber gespeichert werden. Die genauen Zitate hierzu finden sich an folgenden Stellen:

(Anmerkung der Verfasserin der Seite: Ich habe die nachstehenden Zitate, die Herr Schwach mir übermittelt hat, wortgetreu übernommen ohne Prüfung des mir nicht vorliegenden, oben genannten Buches.) 

- S. 237: „Für die Gallenfarbstoffe ist eine physiologische Funktion nicht bekannt. Ihre Bedeutung für die medizinische Diagnostik beruht darauf, daß sie einen enterohepatischen Kreislauf durchmachen, d. h. nach ihrer Ausscheidung über die Galle in den Darm zusammen mit ihren Umwandlungsprodukten wieder resorbiert werden, im Blutkreislauf erscheinen und erneut über die Leber ausgeschieden werden.“
-  S. 414: „Mit der Gallenflüssigkeit werden zahlreiche Medikamente, Gifte, Schwermetalle (Kupfer, Zink, Quecksilber) ausgeschieden. Auch Cholesterin, das der Nahrung oder der endogenen Synthese entstammt, wird z. T. mit der Gallenflüssigkeit in den Intestinaltrakt abgegeben.“
- S. 414: „Die Gallensäuren beteiligen sich zusammen mit den Gallenfarbstoffen am „enterohepatischen Kreislauf“, d. h. nach ihrer Sekretion in den Darm werden sie resorbiert und erneut mit der Galle ausgeschieden.“
Damit gilt es, diesen enterohepatischen Kreislauf und damit die Rückvergiftung zu unterbrechen; nach der mir vorliegenden Literatur ist das einzig effiziente Verfahren das Abführen mit Rizinusöl. 
Nachdem sich gezeigt hatte, daß wohl meine Cousine und deren Tochter Rizinusöl in der beschriebenen Weise gut einzunehmen vermögen, hatte ich mir für meine Frau etwas anderes einfallen zu lassen.

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Auf folgender Webseite finden sich verschiedene Rezepte von Wehencocktails:
http://www.lamlehamburg.de/wehencocktail.htm
Die wehenanregende Wirkung dieses Cocktails ist auf folgender Webseite beschrieben:
http://www.9monate.de/Wehencocktail
Nach diversen Überlegungen und Versuchen bin ich zu folgendem Rezept gekommen, das aus meiner Sicht in jeder Hinsicht empfehlenswert ist; wobei man vom Rizinusöl zuverlässig weder etwas riecht noch schmeckt:

- 40 ml (40 g) Rizinusöl,
- 30 ml (nicht mehr!) Ouzo, Wodka, sonstiger Schnaps,
- 2 Eßlöffel Mandelmus,

alles auf 250 ml (250 g) mit Aprikosensaft auffüllen und in einem Cocktail-Mischbehälter gründlich verschütteln. Mit einer digitalen Küchenwaage lassen sich die in Gramm notierten Maße gut einhalten.

Schluckt man von diesem ungewöhnlich schmackhaften Getränk am besten morgens früh nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen alle 2,5 Minuten ein kleines Glas von etwa 20 ml, braucht man eine halbe Stunde, um die ganze Menge magenschonend einzunehmen. Das wiederholte Durchmischen im Mixbehälter ist wichtig, damit das Rizinusöl in der Emulsion gebunden bleibt.
Für jene, die der Geschmack von Rizinusöl weniger stört, bin ich inzwischen zu folgender Optimierung gelangt, bei der durch die während einer halben Stunde freigesetzten Pankreas-Lipasen und  Gallensäuren nahezu alles eingenommene Rizinusöl in Ricinolsäure und Glycerin gespalten wird, was die abführende und damit entgiftende Wirkung deutlich erhöht: 1 Eßlöffel (10 ml) Rizinusöl in den Mund nehmen und 10 Minuten einspeicheln. Nach dem Schlucken ist dieses dreimal zu wiederholen, womit in einer halben Stunde 40 ml Rizinusöl eingenommen werden. 
Übrigens hatte meines Wissens zuletzt das Pharmakologische Institut der Universität Neapel in den neunziger Jahren einen wissenschaftlichen Aufsatz über den Abführmechanismus von Rizinusöl veröffentlicht. 
Mit freundlichen Grüßen
Georg Schwach

Vielen Dank, Herr Schwach, für Ihre Zuschrift.

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