Wirkstoffe, die enthalten sein können:
Samen:
Ricin (sehr giftiger Eiweißstoff), Ricinin (Alkaloid),
Bitterstoff
Öl:
enhält bis zu 90 % Glyceride der Ricinolsäure
Eventuelle Wirkungen:
- zuverlässig abführend ohne dabei die Darm- und
Magenschleimhaut zu reizen
- Wirkung nur im Dünndarm (wird in Glycerin und
Ricinolsäure aufgespalten und regt die Darmbewegung an;
zudem machen die nicht emulgierten Bestandteile des Öls
die Darmwand gleitfähiger und unterstützten so die
Entleerung)
- schnelle Darmentleerung
Eventuell mögliche Heilanzeigen, von denen teilweise
berichtet wird:
- Verstopfung
(Obstipation)
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Magen- und
Darmkatarrh)
- Entleeren des Darminhaltes bei Wurmkuren
- in Einzelfällen Darmentleerung bei Schwangerschaften
vor der Entbindung mit sogenannten "Wehencocktails", die
Rizinusöl enthalten (ausdrücklich nur in Absprache mit
Arzt oder Hebamme!!!!)
Gegenanzeigen:
Bei chronischer Verstopfung nicht anwenden (da das
Rizinusöl die Verdauungsvorgänge bereits im Dünndarm
beeinflusst, ist es bei chronischer Verstopfung nicht
angezeigt)! Auch unklare Bauchschmerzen und Darmverschluss
kontraindizieren die Anwendung.
In allen Anwendungsfällen nur für einen ganz kurzen
Zeitraum und nicht zu häufig anwenden, da ansonsten ein zu
großer Wasserverlust und Mineralverlust - ganz besonders von
Kalium - nicht auszuschließen ist.
Nebenwirkungen:
Magenreizungen (in seltenen Fällen - dieses wird in der
Größenordnung von 2 Prozent aller Teilnehmer liegen - zeigt sich
nach der Einnahme von Rizinusöl eine Unverträglichkeit, die sich
durch Unwohlsein - im Extremfall hat man sich zu übergeben -
erweist. ), in Einzelfällen auch allergische
Hautausschläge. Ansonsten sind bei therapeutischer Dosierung
keine Nebenwirkungen zu erwarten.
Einige Möglichkeiten der Anwendung/Dosierung:
Rizinusöl (Ricini oleum raffinatum):
1-2 EL erwärmtes Rizinusöl (durch die Erwärmung wird es
dünnflüssiger und lässt sich leichter schlucken) bei
Verstopfung auf nüchternen Magen eingenommen, bewirkt
nach ca. 8-10 Stunden eine problemlose, ziemlich
schmerzfreie, gründliche Stuhlentleerung. Dabei wird der
Patient nicht geschwächt. Die Wirkung kann aber auch bereits
nach 2 Stunden eintreten. Kinder nehmen evtl. ca. 1/2 TL
(oder ggf. etwas mehr) - Dosis und Einnahme ärztlich
abklären.
Ggf. wegen des üblen Geschmacks etwas Zitronensaft beifügen
(dann kalt einnehmen) oder mit schwarzem Kaffee einnehmen;
auch die Zugabe von Pfefferminzöl ist denkbar. Manche
Anwender berichten auch von einer Einnahme in Bier oder
Cognac.
Es sind darüber hinaus Fertigprodukte in Kapselform
erhältlich.
Hinweise:
Der Geschmack ist unangenehm und "brecherregend".
Rizinusöl wirkt nur bei Personen, bei denen die
Fettverdauung in Ordnung ist, da das Öl - wie alle anderen
Fette und Öle auch - unter Einwirkung von Galle und
Pankreassaft emulgiert und "verseift" wird.
Vorsicht: Giftig!!!
Das in den Samen enthaltene Gift Ricin (lässt das Blut
gerinnen) kann bereits beim Genuss von 3-10 Samenkörnern
tödlich sein (Bei Kindern bereits ein Samenkorn!). Die
Vergiftungserscheinungen treten stark verzögert (oft erst
Stunden oder mehrere Tage nach der Vergiftung) auf.
Bei fachkundiger Pressung gelangt das Gift Ricin, das nicht
öl-löslich ist, nicht in das Rizinusöl. Deshalb in jedem
Fall auf standardisierte Produkte aus der Apotheke
zurückgreifen.
In manchen Ländern (z.B. Afrika, Indien) werden die
wohlgeformten, hübschen Samen zu Ketten verarbeitet. Bitte
unbedingt darauf achten, dass diese Ketten nicht in den Mund
gelangen oder von Kindern zerkaut werden. Wenn der Inhalt
der Samenkörner in die Augen gelangt, kann es zu einer
Bindehautentzündung kommen.
Von dem Hinweis, Rizinusöl bei
Nahrungsmittel-Vergiftungen anzuwenden, ist man etwas
abgekommen, da die Aufnahme des jeweiligen Giftes in den
Körper dadurch anscheinend sogar noch beschleunigt werden
kann.
Historisches und Wissenswertes:
Bereits 4.000 Jahre vor Chr. fand das Rizinusöl bei den
alten Ägyptern Anwendung, wie sich aus Grabbeigaben ableiten
lässt. Aber auch in Indien und China wurde die Heilwirkung
schon seit altersher geschätzt.
Bei uns in Europa wurde Rizinus erst Anfang des 19.
Jahrhunderts bekannt.
Ein weiterer Einsatzbereich von Rizinusöl ist seine
Funktion als Brennöl oder als hochwertiges technisches Öl,
das z.B. für die Schmierung von Flugzeugtriebwerken und
anderen Verbrennungsmaschinen eingesetzt wird.
Auch zu kosmetischen Produkten wird Rizinusöl verarbeitet
- so z.B. in Haaröl, Wimpernpflegemitteln oder
"Haarbrillantine".
In manchen Ländern werden die frischen Blätter als
Milchbildungskraut bei stillenden Müttern verwendet.
Als homöopathische Potenzierung findet Rizinus Anwendung
bei z.B. Gallensteinleiden oder Durchfall
Botanische Beschreibung:
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Bodenbeschaffenheit/Standort: Vermutlich war die Pflanze
ursprünglich in Afrika beheimatet, wo sich noch Wildformen
finden. Heute wird sie weltweit kultiviert.
Erscheinung: in den Tropen mehrjährig mit dicken, verholzten
Stämmen bis zu 12 Meter Höhe
in Südeuropa bis zu dreijähriger Strauch, im Mitteleuropa
einjähriges Kraut bis zu 2 Meter Höhe
Blätter: langgestielt, handförmig geteilt,
wechselständig, grünlich bis rötlich
Blüten: in Mitteleuropa Blütezeit im Monat August,
endständige Blüten, Rispenblüten (männliche und weibliche
auf einer Rispe, klein, blaßgelb von August bis Oktober
Stängel: hohl, glänzend, grün oder rot
Samen: die reifen Samen befinden sich in stacheligen roten
Kapseln. Zur Ölgewinnung werden die Samen gepresst. Die
Samen sind bohnenförmig-oval, 1-2 cm groß und dunkelbraun
marmoriert
Weitere interessante Seiten zu den hier beschriebenen
Krankheitsbildern:
Verstopfung
(Obstipation)
Bitte beachten Sie, dass auch pflanzliche Arzneimittel
in der Regel nicht zum Dauergebrauch geeignet sind und
befragen Sie bei länger andauernden Beschwerden in
jedem Fall Ihren Arzt oder Heilpraktiker.
Bearbeitet von
Claudia
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Zum Thema
Rizinus übersandte ein Leser folgende Zuschrift, die ich -
ohne Gewähr für Wirksamkeit und Richtigkeit und ohne Prüfung
des Sachverhalts - in weitgehend unveränderter Form
wiedergeben möchte. Wir bedanken uns recht herzlich für
Zuschriften engagierter Leser, die unser Informationsangebot
bereichern:
Herr Georg Schwach schrieb folgendes:
Inzwischen
bin ich hier etwas weitergekommen, nachdem ich vergangenen
Herbst in einem Antiquariat zufällig ein Fachbuch über
Biochemie gefunden habe:
Buddecke, Eckhart: Grundriss der Biochemie. – 2. Auflage;
Berlin: Walter de Gruyter, 1971.
Hierin ist u. a. ausführlich dargestellt, dass in der Leber
Medikamente, Gifte und Schwermetalle gespeichert sind, die
zwar über die Gallenflüssigkeit in den Darm ausgeschieden
werden, jedoch im Dünndarm nach der erneuten Aufnahme wieder
in der Leber gespeichert werden. Die genauen Zitate hierzu
finden sich an folgenden Stellen:
(Anmerkung der Verfasserin der Seite: Ich habe die
nachstehenden Zitate, die Herr Schwach mir übermittelt hat,
wortgetreu übernommen ohne Prüfung des mir nicht
vorliegenden, oben genannten Buches.)
- S. 237: „Für die Gallenfarbstoffe ist eine physiologische
Funktion nicht bekannt. Ihre Bedeutung für die medizinische
Diagnostik beruht darauf, daß sie einen enterohepatischen
Kreislauf durchmachen, d. h. nach ihrer Ausscheidung über
die Galle in den Darm zusammen mit ihren
Umwandlungsprodukten wieder resorbiert werden, im
Blutkreislauf erscheinen und erneut über die Leber
ausgeschieden werden.“
- S. 414: „Mit
der Gallenflüssigkeit werden zahlreiche Medikamente, Gifte,
Schwermetalle (Kupfer, Zink, Quecksilber) ausgeschieden.
Auch Cholesterin, das der Nahrung oder der endogenen
Synthese entstammt, wird z. T. mit der Gallenflüssigkeit in
den Intestinaltrakt abgegeben.“
- S. 414: „Die Gallensäuren beteiligen sich zusammen mit den
Gallenfarbstoffen am „enterohepatischen Kreislauf“, d. h.
nach ihrer Sekretion in den Darm werden sie resorbiert und
erneut mit der Galle ausgeschieden.“
Damit gilt es, diesen enterohepatischen Kreislauf und damit
die Rückvergiftung zu unterbrechen; nach der mir
vorliegenden Literatur ist das einzig effiziente Verfahren
das Abführen mit Rizinusöl.
Nachdem
sich gezeigt hatte, daß wohl meine Cousine und deren Tochter
Rizinusöl in der beschriebenen Weise gut einzunehmen
vermögen, hatte ich mir für meine Frau etwas anderes
einfallen zu lassen.
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Die wehenanregende Wirkung
dieses Cocktails ist auf folgender Webseite beschrieben:
http://www.9monate.de/Wehencocktail
Nach diversen Überlegungen und
Versuchen bin ich zu folgendem Rezept gekommen, das aus
meiner Sicht in jeder Hinsicht empfehlenswert ist; wobei man
vom Rizinusöl zuverlässig weder etwas riecht noch schmeckt:
- 40 ml (40 g) Rizinusöl,
- 30 ml (nicht mehr!) Ouzo, Wodka, sonstiger Schnaps,
- 2 Eßlöffel Mandelmus,
alles auf 250 ml (250 g) mit Aprikosensaft auffüllen und in
einem Cocktail-Mischbehälter gründlich verschütteln. Mit
einer digitalen Küchenwaage lassen sich die in Gramm
notierten Maße gut einhalten.
Schluckt man von diesem ungewöhnlich schmackhaften Getränk
am besten morgens früh nach dem Aufstehen auf nüchternen
Magen alle 2,5 Minuten ein kleines Glas von etwa 20 ml,
braucht man eine halbe Stunde, um die ganze Menge
magenschonend einzunehmen. Das wiederholte Durchmischen im
Mixbehälter ist wichtig, damit das Rizinusöl in der Emulsion
gebunden bleibt.
Für jene, die der Geschmack
von Rizinusöl weniger stört, bin ich inzwischen zu folgender
Optimierung gelangt, bei der durch die während einer halben
Stunde freigesetzten Pankreas-Lipasen und
Gallensäuren nahezu
alles eingenommene Rizinusöl in Ricinolsäure und Glycerin
gespalten wird, was die abführende und damit entgiftende
Wirkung deutlich erhöht: 1 Eßlöffel (10 ml) Rizinusöl in den
Mund nehmen und 10 Minuten einspeicheln. Nach dem Schlucken
ist dieses dreimal zu wiederholen, womit in einer halben
Stunde 40 ml Rizinusöl eingenommen werden.
Übrigens hatte meines Wissens
zuletzt das Pharmakologische Institut der Universität Neapel
in den neunziger Jahren einen wissenschaftlichen Aufsatz
über den Abführmechanismus von Rizinusöl veröffentlicht.
Mit freundlichen Grüßen
Georg Schwach
Vielen Dank, Herr Schwach, für Ihre
Zuschrift.
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