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Salbei (Salvia officinalis)

Nur der echte Salbei ist von arzneikundlicher Bedeutung; er gedeiht in den Mittelmeerländern, besonders in Dalmatien und Mazedonien wild und wird in unseren Breiten als Kulturpflanze angebaut; dem bei uns wildwachsenden Wiesensalbei fehlt das ätherische Öl, das die Wirksamkeit ausmacht. Beim Salbei verwenden wir die getrockneten Blätter, die noch vor der Blütezeit Ende Mai/Anfang Juni geerntet werden; je sonniger der Erntetag, desto höher ist die Konzentration an ätherischen Ölen.

 

Wirkstoffe, die enthalten sein können:

Ätherische Öle (hoher Thujongehalt, geringer Cineolgehalt), Gerbstoffe, Bitterstoff Carnosol, Flavonglycoside, Flavone, Flavonoide, Rosmarinsäure (adstringierend, antimikrobiell, antioxidativ), Steroide

Eventuelle Wirkungen:

  • Antibakteriell und entzündungshemmend 
  • sekretionsfördernd und hustenlösend
  • schweißhemmend oder schweißtreibend (je nach Dosierung)
  • stärkend
  • wundheilend

Eventuell mögliche Heilanzeigen, von denen teilweise berichtet wird:

  • übermäßige Schweißbildung, auch Nachtschweiß bei Pubertierenden, in den Wechseljahren oder bei Lungenkranken (genau auf die Dosis achten: starker Salbei – Tee wirkt schweißhemmend; schwacher Salbei – Tee wirkt schweißtreibend)
  • Schweißtreibend bei Erkältungskrankheiten (Kombination mit Lindenblüten oder Holunder)
  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum, aber auch zur allgemeinen Mund- und Zahnpflege oder bei Zahnschmerzen, auch Prothesendruckstellen
  • Verschleimung, Grippe (auch vorbeugend)
  • Dyspeptische Beschwerden (z.B. Reizmagen, Völle- und Druckgefühl, Sodbrennen, Durchfall und Magenverschleimung) sowie Magen-/Darmkatarrh (Tee mit ½ TL Droge)
  • zur Reinigung von Leber und Niere
  • eiternde Wunden, offene Beine, Furunkel und Unterschenkel-/Fußgeschwüre (Umschläge, Waschungen oder Bäder mit Salbeiaufguß oder verdünnter Salbeitinktur)

Gegenanzeigen:

Während der Schwangerschaft/Stillzeit kein reines ätherisches Öl und keine alkoholischen Extrakte (hemmt u.a. die Milchproduktion). Magenempfindliche Personen sollten wegen möglicher Schleimhautreizungen auf die Einnahme von Salbei verzichten. Bei bestehenden Nierenleiden nur nach ärztlicher Empfehlung.

Nebenwirkungen:

Salbei nicht über einen längeren Zeitraum und in hohen Dosierungen einnehmen (bei längerdauernder Einnahme können epilepsiforme Krämpfe auftreten). Bei übertriebenem Gebrauch wurden auch schon Pulsbeschleunigung, Mundtrockenheit u.a. beobachtet.

Einige Möglichkeiten der Anwendung/Dosierung:

Salbei – Tee:

1 TL getrocknete Blätter (Folia Salviae) mit einer Tasse Wasser zum Kochen bringen, abgedeckt ziehen lassen und nach 10 Min abseihen. 2-3 mal täglich eine Tasse trinken oder als Gurgellösung verwenden.

Eine Kombination mit Kamille ist je nach Indikation wirkungsvoll.

Salbei – Tinktur (Fertigpräparat):

mehrmals täglich ca. 20-30 Tropfen auf ein Glas Wasser zum Gurgeln oder für Umschläge

Tipps zum Ausprobieren:

Bei Wespen- oder Insektenstichen zerstößt man frisch gepflückte Salbeiblätter und legt sie auf die Einstichstelle. Das lindert die Schmerzen.

Asthmatikern hilft der Rauch von Salbei und ältere Herren, die ständig keuchen, sollen angeblich Salbeiblätter rauchen. Auch kann man anscheinend die Luft in Räumen, in denen längere Zeit Schwerkranke lagen, durch Räuchern mit Salbei reinigen.

Salbei - Gurgellösung: Frische Salbeiblätter zerdrücken, mit Weingeist bedecken und nach 8-10 Tagen (wiederholt schütteln und lichtgeschützt stehen lassen) durch ein Tuch in ein sauberes Fläschchen filtern. Mehrmals täglich ein Teelöffel voll auf ein Glas Wasser.

Historisches und Wissenswertes:

In China wurde Salbei bereits 3.000 v.Chr. in der Heilkunst erwähnt. Doch auch in Europa gehört die Salbei – Pflanze seit alters her zu den meistverwendeten und berühmtesten Heilkräutern. Schon der Name Salvia (lateinisch salvare = heilen) deutet auf die außerordentliche Wirksamkeit hin. Ein römischer Dichter schrieb: „Wie kann der Mensch noch sterben, während Salbei wächst in seinem Garten!“. Karl der Große erließ sogar eine Vorschrift, wonach Salbei in allen Klostergärten angebaut werden musste.

Salbei ist zudem ein interessantes Gewürz...denken Sie nur an die berühmten Saltimbocca, Pasta in Salbeibutter oder frittierte Salbeiblättchen...da gerät man gleich ins Schwärmen,oder???; als angenehmen Nebeneffekt macht der zugegebene Salbei die Speisen auch noch leichter verdaulich.

Botanische Beschreibung:

Familie: Lippenblütler
Bodenbeschaffenheit/Standort: felsige, sonnige und unfruchtbare Böden
Erscheinung: Halbstrauch 0,5 bis 1 Meter hoch
Blätter: gestielt, länglich-eiförmig, Unterseite dicht behaart, genarbte Oberfläche, stehen gegenständig an teils verholzten Stängeln
Blüten: violette Lippenblüten am Stängelende, mehrere 4-8 blütige Teilblütenstände übereinander, blüht Juni-Juli, Salbei duftet nur bei Sonnenlicht

Weitere interessante Seiten zu den hier beschriebenen Krankheitsbildern:

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Bitte beachten Sie, dass auch pflanzliche Arzneimittel in der Regel nicht zum Dauergebrauch geeignet sind und auch Nebenwirkungen haben können - und befragen Sie bei länger andauernden  Beschwerden in jedem Fall Ihren Arzt oder Heilpraktiker. 

Bearbeitet von Claudia

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