Wirkstoffe, die enthalten sein können:
ätherische Öle (darunter Cineol und Chamazulen) sowie
Gerb- und Bitterstoffe; antibiotische Substanzen, Flavonoide
(als Träger der krampflösenden Eigenschaften)
Eventuelle Wirkungen:
- krampflösend
- entblähend und gallenwirksam, appetitanregend
- hemmt Bildung von Ödemen
- blutreinigend, blutstillend
- entzündungshemmend
Eventuell mögliche Heilanzeigen, von denen teilweise
berichtet wird:
- bei Magen- und Darmkrämpfen und Entzündungen in diesem
Bereich
- bei Völlegefühl, Blähungen sowie Appetitlosigkeit
- bei Leber-/Nierenbeschwerden und zur Förderung der
Gallensekretion
- zur Blutreinigung
- für krampfartige Menstruationsbeschwerden und auch
Verkrampfungen des kleinen Beckens bei Frauen
- zur Blutstillung bei allen „hellroten“ Blutungen (z.B.
Nasenbluten, Hämorrhoiden)
- zur äußerlichen Anwendung bei schlecht heilenden
und/oder eiternden Wunden, Geschwüren und Blutergüssen
Gegenanzeigen:
Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Korbblütler
sollte Schafgarbe nicht angewendet werden.
Nebenwirkungen:
In der Regel ist Schafgarben – Kraut gut verträglich und
nebenwirkungsfrei. In seltenen Fällen wirken die in der
Schafgarbe enthaltenen Sesquiterpenlaktone
allergieauslösend. Wie auch bei anderen Korbblütlern
(Arnika, Kamille, Ringelblume) können teilweise
Unverträglichkeiten oder die sogenannte „Wiesendermatitis“
(juckende, entzündliche Hautveränderungen mit Bläschen)
auftreten. In diesen Fällen die Behandlung mit Schafgarbe
sofort beenden.
Einige Möglichkeiten der Anwendung/Dosierung:
Schafgarben - Tee:
2 TL Kraut mit einer Tasse heißem Wasser (wegen des
ätherischen Öls nicht kochen) überbrühen und 10 Min
abgedeckt ziehen lassen; 3-4 Tassen mäßig warm zwischen den
Mahlzeiten trinken.
Eine Mischung zu gleichen Teilen mit anderen krampflösenden
und entzündungshemmenden Pflanzen wie Pfefferminze und
Kamille ist bei Magen-Darmbeschwerden bewährt.
Bei Gallenbeschwerden ist eine Kombination mit Wermut und
Bitterklee angezeigt.
Der Tee sollte bei krampfartigen Menstruationsbeschwerden
und Frauenleiden 2-3 mal täglich für mindestens 6-8 Wochen
getrunken werden.
Voll- oder Teilbäder:
ca. 50-100 g Schafgarbe mit 1 L heißem Wasser übergießen
und nach 15-20 Min ins temperierte Badewasser abgießen.
Durch Zugabe von Kamille zu gleichen Teilen lassen sich
besonders bei Nervenschmerzen gute Erfolge erzielen. Nach
dem Bad nachruhen.
Tipps zum Ausprobieren:
Schafgarbe ist ein überliefertes Färbemittel für gelb /
gelbgrüne Farbtöne; hierfür kocht man 130 g Schafgarbe (kann
getrocknet oder frisch sein) mit 20 g Alaun eine Stunde lang
in 6,5 l Wasser und seiht die Flüssigkeit danach ab. Die zu
färbenden Teile können je nach Farbwunsch bis zu einer
Stunde in der Färbelauge verbleiben.
Historisches und Wissenswertes:
Die Wirksamkeit der Schafgarbe ist mittlerweile
wissenschaftlich nachgewiesen. Schon seit dem Altertum hat
Schafgarbe ihren festen Platz unter den Heilmitteln: So hat
Achilles der Legende zufolge mit Schafgarbe König Telephus
im Trojanischen Krieg geheilt (daher auch der lateinische
Name); seit Jahrhunderten ist die Schafgarbe in der
Heilkunde (z.B. bei den Römern oder auch Hildegard von
Bingen) bewährt; auch Goethes „Götz von Berlichingen“
lindert die Beschwerden des verwundeten Ritters mit
Schafgarbe: „Sie stillt das Blut, gibt neue Kraft“ –
Längerfristiger Dauergebrauch des Tees soll sogar
altersbedingte Beschwerden verbessern und bei Schmerzen von
Angina Pectoris hilfreich sein.
Schafe fressen sie besonders gern – daher der deutsche Name.
In vielen Magenbittern ist die Schafgarbe enthalten.
Umschläge und Spülungen....kann man sowohl mit alkoholischen
Extrakten (z.B. bei entzündeter Haut und
Schleimhauterkrankungen) oder Schafgarbenabsud (als
Wundheilmittel) machen.
Als Frühjahrskur zur Blutreinigung verbessern täglich 2-3 TL
Schafgarben – Press-Saft Herztätigkeit und Blutzirkulation
(ggf. mit Brennnessel mischen)
Auch als Gewürz kann die Schafgarbe verwendet werden: Fette
Speisen – nur bitte nicht zu oft...- macht sie besser
verträglich. – und aus der traditionellen
Gründonnerstagssuppe
ist sie nicht wegzudenken.
Botanische Beschreibung:
Familie: Korbblütler
Bodenbeschaffenheit/Standort: Unkrautfluren, sonnige
Ackerränder, bis max. 2.700 m Höhe
Erscheinung: Staude bis ca. 0,5 Meter hoch
Blätter: stark gefiedert (daher der lateinische Name
„millefolium“), abwechselnd am Stängel stehend,
Blüten: weiß bis rosa, kleine meist 5-fache Zungenblütchen
in flächigen Dolden
Weitere interessante Seiten zu den hier beschriebenen
Krankheitsbildern:
Ausleitung über die
Niere, Ausleitung
über die Leber,
offenes Bein,
Menstruationsprobleme, Prämenstruelles Syndrom
1 und
2,
Wechseljahrsbeschwerden,
Kochrezept
Gründonnerstagssuppe
Bitte beachten Sie, dass auch pflanzliche Arzneimittel
in der Regel nicht zum Dauergebrauch geeignet sind und auch
Nebenwirkungen haben können - und befragen Sie bei länger
andauernden Beschwerden in jedem Fall Ihren Arzt oder
Heilpraktiker.
Bearbeitet von
Claudia
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